Wer Sinn für besondere Spielplätze hat, der wird die Meitzendorfer beneiden. Hinter der alten Feuerwehr entsteht eine Oase im Stil einer germanischen Siedlung.

Meitzendorf l Im Zentrum des Spielplatzes steht eine stämmige rote Kuh. Sie scheint einen Karren zu ziehen. Das ist kein Karren, wie er in Museen steht, sondern ein Karren, auf dem Kinder herumklettern und schaukeln können. Überhaupt sind alle Bauwerke robust und zum Benutzen gemacht. Und zwar für jede Generation. Kinder werden sicherlich vom Kletterwachturm herunterspähen, oder sich im "Langhaus" Geheimnisse anvertrauen. Senioren können ihre Kraft an eigenen Spielgeräten stärken, beim "Sägen", oder beim "Sensen", mit einer "Bügelsense".

"Es gibt sogar drei verschiedene Bänke", zeigt Torsten Gehrmann von der ausführenden Garten- und Landschaftsbaufirma, "die etwas höhere Seniorenbank mit Armlehnen, die Erwachsenenbank in gewöhnlicher Ausführung und die Lümmelbank." Alles ist rustikal gefertigt, aus dem Holz von Robinien, Eichen und Fichten. Birken, die schon lange an dieser Stelle wachsen, sind stehen geblieben, spenden im Sommer genügend Schatten.

Die Gestaltung des Spielplatzes war im Vorfeld ausführlich im Ortschaftsrat unter Beteiligung des Kinder- und Jugendgemeinderates diskutiert worden. Das Konzept der "Germanischen Siedlung" setzte sich durch. "Die Germanische Siedlung erinnert an die Wurzeln der Orte um Barleben", heißt es im Konzept der Planerin Bianka Höpfner.

Noch ist der Spielplatz nicht fertig. Tischler arbeiten an den Palisaden, die den Spielplatz umzäunen. Daneben wird der Weg zum Tor frisch gepflastert. Das Tor, das auf den Spielplatz führt, ist ein besonderes Tor, das "Wotanstor". Ebenso rustikal gefertigt und fern aller Geradlinigkeit, wie der gesamte Spielplatz. Tischler Matthias Freise lässt sich hinreißen und holt schon einmal den Wotanskopf aus dem Auto. Den hat Vater Albrecht Freise geschnitzt, und der wird das Wotanstor demnächst zieren.

Die Bodengestaltung ergänzt das Konzept der "Germanischen Siedlung". Ein Bodenlabyrinth in der Form eines Baumes lädt zum Balancieren ein, ein "geheimer Pfad" führt durch das Gelände. Wer "siedlungstypisch" mit Freunden zusammensitzen möchte, findet im "Thingplatz" einen Treffpunkt.

"Dieser Spielplatz ermöglicht einerseits einen Schritt zur persönlichen Fitness", erklärt Bianca Höpfner, "aber er bietet vielleicht auch die Möglichkeit, sich mit den Enkeln auszutauschen und ihnen Tradition und Wissen spielerisch zu vermitteln."

Die Gemeinde hat für diesen Spielplatz 105 000 Euro veranschlagt. Das urige Schmuckstück des Dorfes soll am 21. Dezember fertiggestellt sein. Natürlich nur, wenn das Wetter so bleibt. Noch können Landschaftsbauer und Tischler die Finger bewegen. "Wir arbeiten mit den Jahreszeiten, immer in der Natur", sagt Torsten Gehrmann. Temperaturen über dem Gefrierpunkt hemmen die Arbeit nicht.

Ist der Spielplatz fertig, bleibt das Wotanstor jedoch erst einmal verschlossen. "Wir weihen den Platz erst im Frühjahr ein", sagt Ortsoberhaupt Bernhard Niebuhr. Bis dahin ist das Gras gewachsen, und nicht nur das. "Wir haben viele Frühblüher in die Erde gesetzt", verrät Torsten Gehrmann, "das wird ein farbenfrohes Bild."