Die Stadt muss sparen. Damit der Haushaltsplan mit einem Defizit in Höhe von 850 000 Euro von der Kommunalaufsicht genehmigt wurde, gab es Auflagen. Das Konsolidierungskonzept gilt bis ins Jahr 2017 und enthält vielfältige Sparmaßnahmen. Ab Januar werden zum Beispiel die Öffnungszeiten der Bibliothek verkürzt.

Wolmirstedt. Im Trubel der Vorweihnachtszeit haben es einige Leseratten vielleicht nicht mehr in die Bibliothek geschafft. Deshalb wissen sie noch nichts von den einschneidenden Änderungen, die ab Januar greifen. Im Rahmen des Konsolidierungskonzeptes hatten die Stadträte beschlossen, dass auch im Sport- und Freizeitbereich gespart werden muss. Die Bibliothek trifft es nun zuerst. Künftig hat der Büchertempel sonnabends immer geschlossen.

"Wir mussten von bisher 28 Stunden wöchentlich vier streichen", erklärt Einrichtungsleiterin Bastienne Schröter. Im Gespräch mit ihren Mitarbeiterinnen und der Stadt wurden viele Vorschläge diskutiert, wo man die Öffnungszeit verkürzen könnte. Nun wurde festgelegt, dass die Stunden anteilig mittwochs, donnerstags und sonnabends eingespart werden. "Ältere Leser freuen sich, dass wir dienstags und freitags nun schon eine Stunde früher, also um zehn, öffnen. Hart trifft es aber die Familien, denen oft nur der Sonnabend bleibt, um bei uns Bücher auszuleihen."

Die Leser, die in den vergangenen Wochen vorbeischauten, wurden schon über die Änderungen informiert. Stammgäste halfen dabei, Lesezeichen mit den Änderungen zu versehen, damit sich die Nutzer an die neuen Zeiten gewöhnen.

Auch wenn er vielleicht nicht für jeden zufriedenstellend ist, so sorgt der Kompromiss doch dafür, dass für die Einsparung keine Personalreduzierung nötig wurde. "Auch an unseren bekannten Veranstaltungen wie dem Lesetee oder der beliebten Leisezeit für Kinder halten wir weiterhin fest", so Bastienne Schröter weiter.

Neben der Bibliothek ist auch das Freibad von der Konsolidierung betroffen. Die Saison wird 2011 um vier Wochen verkürzt. Der Badespaß beginnt dadurch erst Mitte Mai und endet – je nach Wetterlage – auch schon Ende August.

Die Kürzungen wegen der desolaten Haushaltslage der Stadt greifen bisher ausschließlich im Zuständigkeitsbereich von Ordnungsamtsleiterin Marlies Cassuhn. Sie brachte in der letzten Beratungsfolge des Jahres auch eine überarbeitete Sondernutzungsgebührensatzung ein, die vom Stadtrat bestätigt wurde. Darin wird die Nutzung des öffentlichen Verkehrsgrundes über den Gemeingebrauch hinaus, zum Beispiel durch Imbisswagen oder Container, geregelt. Die Überarbeitung der Gebühren bringe laut Schätzung der Verantwortlichen bis 2017 Mehreinnahmen in Höhe von circa 35 Prozent.