Eine ganz besondere Zusammenarbeit gibt es jetzt zwischen dem Gymnasium und dem Museum. Beide Partner planen die Errichtung eines speziellen Raumes, in dem Schüler Geschichte und Archäologie experimentell erleben können.

Wolmirstedt. "Boah, so etwas hat man hier in Wolmirstedt gefunden?" Nicht nur Markus Lolies staunt über den schweren Mammutzahn, den Anette Pilz den Schülern präsentiert. Eigentlich ist das Magazin für Ur- und Frühgeschichte unter dem Museumsdach nicht für Besucher zugänglich. Doch für die Fünftklässler aus der Kunst-AG vom Gymnasium macht die Museumsleiterin eine Ausnahme.

Mit Begeisterung streifen die Mädchen und Jungen durch die Gänge des Dachbodens. Jeder von ihnen freut sich, wenn er sieht, dass im jeweiligen Heimatort schon bedeutende geschichtliche Funde gemacht wurden. "Und es ist wunderbar, dass man diese Dinge hier mal anfassen darf, nicht alles nur in Vitrinen liegt", freut sich Kunstlehrerin Jeanette Kugler.

Das, was die Kinder sehen und fühlen, sollen sie später zu Papier bringen. Die Kunst-AG plant zusammen mit dem Museum ein ganz spezielles Projekt, will einen Raum schaffen, wo sich Schüler der experimentellen Archäologie widmen können. Das Museum soll im wahrsten Sinne des Wortes ein Ort des Lernens werden. "Unser Konzept spricht die natürliche Neugier an, die Freude am Forschen. Außerdem haben wir damit eine Verbindung zwischen den Fächern Kunst, Geschichte und Deutsch gefunden", schwärmt die Lehrerin.

In der kommenden Woche wollen die Mitglieder der Kunst-AG, die sich normalerweise 14-tägig immer donnerstags trifft, in die freie Natur ausschwärmen. "Jeder von uns bringt etwas Altes oder Neues von Zuhause mit, das wir dann vergraben. Und im April buddeln wir es dann wieder aus und schauen, wie sich der Gegenstand verändert hat", erklärt Hannes Wagner. Für ihre praktische Erprobung als Archäologen suchen die Schüler und ihre Lehrerin noch ein passendes Grundstück. Ob Garten oder Acker ist dabei egal. Wer die Schüler in ihrem Forschungsdrang unterstützen will, kann sich am Gymnasium melden.

Bis dahin wird aus den Zeichnungen, welche die Schüler gestern von den gesehenen Objekten angefertigt haben, ein Hefter zusammengestellt. "Und der kommt ins Museum, damit auch andere Schüler den nutzen können", berichtet Helena Wedekind. Der Raum, der im Museum geplant wird und Geschichte experimentell erlebbar machen wird, soll natürlich auch entsprechend gestaltet werden. Wie Anette Pilz verrät, wird sich ihr Mitarbeiter Andreas Deimling um diesen Part des Projektes kümmern, das gestern so erfolgreich begann.