Der Jersleber See liegt im Win- terschlaf. Die Oberfläche ist gefroren. Schilder warnen vorm Betreten der Eisfläche. "Achtung, Lebensgefahr!", heißt es. Der aufmerksame Wanderer kann die Spuren von Reh und Hase entdecken. Sommertags wird man in Zukunft am See auch Schaf und Ziege ausmachen können. Im abgelaufenen Jahr ist ein Haustiergehege geschaffen worden. Jugendliche aus neun Nationen haben es errichtet.

Meitzendorf. Das Haustier- gehege soll die Attraktivität von Strandbad und Zeltplatz erhöhen. Es ist zwischen Strand und Parkplatz auf der Westseite des Erholungszentrums geschaffen worden. Die geeigneten Tiere stellt der Kleintierzuchtverein Barleben aus seinem Haustier-Projekt an der Angerstraße zur Verfügung. Eine zwischen Kommune (die Gemeinde Barleben ist Hausherr am See) und Verein paraphierte Kooperationsvereinbarung regelt das. Sie hat vorerst eine Laufzeit von zwei Jahren. Der Verein stellt die Tiere leihweise zur Verfügung. Die Gemeinde verpflichtet sich, die Vierbeiner regelmäßig nach den Vorgaben zu füttern und eine artgerechte Haltung zu gewährleisten. Die Öffnungszeiten des Streichelgeheges sollen so beschränkt werden, dass eine Überlastung der Tiere durch Besucher vermieden wird. Die Gemeinde trägt die Kosten des Transports, des Futters und der tierärztlichen Betreuung. Sie zahlt dem Verein eine Aufwandspauschale. Die Tiere sollen jeweils in der Zeit vom 15. April bis zum 15. Oktober am See verbleiben. Stallung und Einfriedung für das Streichelgehege mit alten, gefährdeten Haustierrassen waren im letzten Sommer von Jugendlichen aus verschiedenen Nationen im Rahmen des zehnten internationalen Workcamps auf Barleber Boden errichtet worden. Die Campteilnehmer hatten unter anderem Hölzer aus schwedischer Douglasie zu einem carportähnlichen Unterstand zusammengefügt.

Das Haustierprojekt des Barleber Kleintierzuchtvereins läuft seit 2004. Damals hatte der Verein ein brachliegendes Gelände, teils Streuobstwiese, aus Privatbesitz übernommen. Anliegen ist es, ein Areal zu schaffen, auf dem alte dörfliche Traditionen erleb- und begreifbar werden. Dabei bildet die Haltung überlieferter Haustierrassen den Schwerpunkt. Jede Tierart erhält ihre eigene Unterbringung. Das bedingt, dass Weiden, Volieren, Gehege und Behausungen geschaffen werden müssen. Dabei greift man im Rahmen internationaler Workcamps auch auf den Einsatz junger Menschen aus unterschiedlichen Nationen zurück. Ihre Mithilfe soll das Projekt über mehrere Jahre Schritt um Schritt voranbringen. Insgesamt sieben Tierhäuschen finden an der Angerstraße im Osten der Barleber Kirche Aufstellung.

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