Landkreis Börde. Die Arbeitsmarktzahlen kamen diesmal einen Tag vorher und nicht aus Nürnberg, sondern aus Berlin. Für den Agenturbezirk Magdeburg blieb alles beim alten. Agentur-Geschäftsführer Lutz Bartel gab sie gestern früh wie verabredet in der Hohepforthestraße in Magdeburg bekannt. Die gute Nachricht hier: die positive Entwicklung von Handel, Gewerbe und Industrie nach der Finanz- und Wirtschaftskrise setzt sich fort. Vor allem ein Landstrich – und nicht nur die Automobilzulieferer dort – ist auf dem Vormarsch: Haldensleben. Lutz Bartel findet die konjunkturelle Entwicklung in der Region Haldenleben – ausgehend von den schwierigen Jahren 2008 und 2009 – bemerkenswert. Im Oktober des Vorjahres lag die Arbeitslosenquote hier noch bei 8,2 Prozent. Seitdem ist sie um 2,2 Prozentpunkte auf 6,0 gesunken, so Bartel.

Seit Jahresbeginn sind der Agenturgeschäftsstelle in Haldensleben von Betrieben und Verwaltungen 1578 Stellen zur Besetzung angeboten worden. Zum Vergleich: In der Agentur-Geschäftsstelle Oschersleben waren es mit 719 nicht einmal halb soviel. Oschersleben bleibt mit einer Oktober-Quote von 11,1 Prozent neben der Landeshauptstadt Magdeburg (Oktober 11,6 Prozent aller zivilen Erwerbspersonen arbeitslos) Sorgenkind im Agenturbezirk.

Vor allem Menschen mit Fertigungsberufen finden wieder eine Anstellung. Die Wirtschaft sucht Schlosser, Mechaniker und Elektriker. Da in der Regel Männer diese Berufe erlernt haben, kommen sie augenblicklich bei der Wiedereinstellung besser zum Zuge als Frauen.

Ähnlich gut wie im Bereich Haldensleben sieht es in der Region Wanzleben aus. Hier reduzierte sich die Arbeitslosenquote von 9,1 Prozent im Oktober vorigen Jahres auf jetzt 6,8 Prozent. "Vor allem aus den Gewerbegebieten im Einzugsbereich der Gemeinde Sülzetal werden Arbeitskräfte nachgefragt. Dort boomt es wieder", so Bartel.

Wie der Geschäftsführer Operativ mitteilte, wollen die Arbeitsvermittler massiv tätig werden, um die Zahl älterer Menschen zwischen 50 und 65 in Beschäftigung zu bringen. Auf Agenturebene machte dieser Personenkreis im Oktober mit 32 Prozent fast ein Drittel aller Erwerbslosen aus (im Landkreis Börde betrug ihr Anteil knapp 35 Prozent). Bartel wörtlich: "Dabei zeichnen sich gerade Ältere dadurch aus, dass sie hervorragende fachliche Kenntnisse und jahrzehntelange Arbeitserfahrung besitzen und meist auch hoch motiviert sind, um wieder Arbeit zu finden. Angesichts des drohenden Fachkräftemangels sind diese Arbeitslosen ein wichtiges Potential für den Arbeitsmarkt."

Bartel widmete sich abschließend dem Ausbildungsstellenmarkt. Hier hat die Geschäftsstelle Haldensleben mit 0,8 das beste Verhältnis von Stellen je Bewerber. Gemeldet seit Beginn des Berichtsjahres sind 334 Lehrstellen. Die Anzahl der Bewerber für eine Berufsausbildung liegt bei 425.