Barleben. Ein Tag dauerte der Aufenthalt. Doch der Wissenszuwachs für die Gäste aus Ostfriesland in dieser Zeit war immens. Denn die Stunden der Wittmunder in der Börde waren minutiös "ausgebucht". Der große Aufwand hatte sich gelohnt. Bürgermeister Franz-Ulrich Keindorff musste, als es gestern Vormittag hieß, Abschied zu nehmen , unendlich viele Hände schütteln. Und er tat es gern, bekam sogar ein wenig "Schräglage". "Das nehme ich aber gerne in Kauf, denn ich habe gespürt, dass das Schulterklopfen von Herzen kam und ehrlich gemeint war. Ich glaube, Barleben hat sich einmal mehr als guter Gastgeber gezeigt."

Während Wittmunds Bürgermeister Rolf Claußen und erst recht der Barleben-Beauftragte Günter Hille schon ungezählte Mal in Barleben weilten, war der Besuch für das Gros der 26 köpfigen Delegation, darunter zahlreiche Stadträte mit ihren Frauen, Neuland. "

Doch vom ersten Augenblick an hatte alle das Gefühl, hier treffen gute, alte Freunde aufeinander", so versicherte Günter Hille, mit den Jahren bekennender Barleber, stellvertretend für die Wittmunder Gäste"

"Und guten Freunden bietet man bekanntlich nur das Beste", betonte Franz-Ulrich Keindorff. Das hieß, nachdem um 11 Uhr die Wittmunder in Barleben eintrafen, gab es für sie kein Halten mehr, denn das Programm war eng gestrickt. Bevor die Gäste aber Barleben erkundeten, erfuhren sie in der Ernst-Thälmann-Straße gewissermaßen im Zeitraffer per Video die großartige Entwicklung der Einheitsgemeinde.

Ein Muss für jeden Gast ist der Besuch des Innovations- und Gründerzentrums (IGZ), wo Geschäftsführer Dr. Jürgen Ude die Wittmunder empfing. Aus erster Hand erfuhren die Gäste mehr über die Philosophie des Institutes in der Steinfeldstraße: "Das IGZ bietet Existenzgründern, wissenschaftlichen Einrichtungen und mittelständischen Unternehmen die Möglichkeit, Produktideen zur Marktreife zu führen", so Dr. Ude. "Ein kreatives Umfeld, preiswerte Gewerbeflächen, modernste Kommunikationsinfrastruktur erleichtern die Unternehmensgründung in Barleben und die Vermarktung neuer Produkte und Dienstleistungen." In diesem Zusammenhang verwies der Geschäftsführer darauf, dass das Forschungszentrum Institut für Kompetenz in AutoMobilität ein Kind des IGZ ist.

Auch der nächste Gesprächspartner, Peter Schreiber, konnte dies nur unterstreichen. Der Geschäftsführer der iSM (integral systemtechnik GmbH Magdeburg) verriet beim Besuch der Gäste aus Wittmund, dass das Unternehmen seit 1990 als innovatives Systemhaus mit Komplettlösungen erfolgreich am Markt ist: "Heute zählen rund 1 600 Unternehmen in 22 Ländern zu unseren Kunden." Und wie Peter Schreiber betonte, kann er sich gut vorstellen, das Unternehmen im nächsten Jahr auch in Wittmund vorzustellen. Das aber war es noch nicht mit dem Wissenexkurs. Wenn auch zeitversetzt, besuchten die Ostfriesen noch die Sekundarschule, wo Schulleiterin Sieglind Kukuk und Projektmanager Sven Döhle die Gäste von der Nordsee begrüßten. Nach dem Besuch des größten Wasserstraßenkreuzes Euro klang der Wissensmarathon am Sonnabend in der waldschenke in Hohenwarthe aus.