Zur letzten Ausgabe vor Weihnachten gab es in der Wolmirstedter Tafel eine kleine Weihnachtsüberraschung. Jedes Kind erhielt zusätzlich einen Beutel mit Schokolade und anderen Süßigkeiten.

Wolmirstedt. "Es ist schön, wenn man den Kindern eine Freude machen kann und ihre strahlenden Augen sieht", sagte Petra Wolff, Mitarbeiterin für Öffentlichkeitsarbeit beim Deutschen Roten Kreuz. Das DRK betreibt im Landkreis Börde Tafeln in Haldensleben, Wolmirstedt und Oschersleben, wobei zahlreiche ehrenamtliche Mitarbeiter bei der Lebensmittelausgabe helfen.

Großer Andrang herrschte am Mittwoch bei der Wolmirstedter Tafel. Zum letzten Mal wurden vor Weihnachten Lebensmittel ausgegeben. "Wir versorgen 80 Bedarfsgemeinschaften", sagt Kirsten Brickzinsky, Leiterin für Soziale Arbeit, "das sind etwa 200 Personen". Für jeweils zwei Personen ist ein großer Plastikbeutel gedacht. Überraschend ist der Inhalt der Tüten immer, nicht nur zu Weihnachten. Die sind nämlich zur Ausgabe bereits gepackt, sonst wäre die Verteilung nicht zu bewältigen. In den Tüten stecken Lebensmittel, die das Tafelmobil von den umliegenden Supermärkten einsammelte. Rote Grütze, Klöße, Margarine, Käse und Wurst schauen oben heraus, Lebensmittel für jeden Tag. "Wir achten vor allem darauf, dass jeder Brot dabei hat", sagt Kirsten Brickzinsky. Obst und Gemüse bekommen die Bedürftigen an einem extra Stand, sie suchen sich aus, ob sie Lauch möchten oder Brokkoli, Weißkohl oder Möhren.

Am Mittwoch hatten sich zwei 14-jährige Jungs unter die Helfer der Tafel gemischt, Jonas Glotzbach und Damian Richter. "Die beiden wurden von ihren Müttern zu dieser Arbeit angeregt", verrät Kirsten Brickzinsky, "die Jungs sollen sehen, dass es für viele Menschen nicht selbstverständlich ist, alles zu haben." Jonas und Damian haben Kisten geschleppt, Gemüse geputzt, Kartons kleingemacht und Schnee geräumt. "Es war nicht so anstrengend, wie wir uns das vorgestellt haben", sagen sie und sind ziemlich stolz, weil sie anderen helfen konnten.

Seit Dezember 2006 nutzen pro Monat circa 1000 bedürftigen Wolmirstedter das Angebot der Einrichtung, die auch mit einer Kleiderkammer kombiniert ist. Die Lebensmittel erhält die Tafel aus Spenden der ortsansässigen Supermärkte und von Privatleuten. Die Ausgabe erfolgt nach Vorlage einer Bescheinigung über den Bezug von Sozialhilfe oder Arbeitslosengeld II und ist ein Mal die Woche möglich.

Die Wolmirstedter Tafel hat montags und mittwochs und freitags von 15 bis 17 Uhr geöffnet. Auch für Menschen ohne festen Wohnsitz wird in der Heinrich-Heine-Straße eine Unterkunft angeboten.

Die Haus- und Straßensammlung des DRK Kreisverbands Börde wurde in diesem Jahr zugunsten der Tafeln und für die Unterstützung der Jugendarbeit durchgeführt. "Wir haben bisher 14 184,41 Euro zusammen bekommen. Es gehen aber immer noch weitere Spenden ein", berichtete Sylvia Franke, stellvertretende Vorsitzende des Kreisverbands Börde des DRK.