Abschied nehmen heißt es in diesen Tagen für Stephanie Lebreton. Die 24-jährige Französin aus der Rottmersleber Partnergemeinde Soulaines sur Aubance war vier Wochen lang zu Gast in der Börde gewesen und hatte in der neuen Kita "Olbespatzen" ein Praktikum absolviert.

Rottmersleben. "Die Deutschen sprechen immer so schnell", berichtete Stephanie, als Ortsbürgermeister Hans Eike Weitz gestern mit einem kleinen Abschiedsgeschenk, dem Denkmalsverzeichnis des Altkreises Haldensleben, bei den "Olbespatzen" vorbeischaute. Und nicht nur die Erwachsenen, auch die Kinder sprechen schneller. Und sie sind auch lebhafter als die kleinen Franzosen, findet die junge hübsche Frau. Bei der Übersetzung half gestern die Rottmersleberin Emilia Rißmann, die seit 2005 in der Börde wohnt und einst aus dem Elsass in die Börde kam.

Stephanie möchte unbedingt einen Beruf ausüben, der sie mit Kindern und Jugendlichen zusammenbringt. Zu Hause kümmert sie sich um Jugendliche. In Rottmersleben waren die Knirpse dran. Mit Bilderkarten lernten die Bördekinder zusammen mit ihrem französischen Gast Obst und Gemüsenamen des Nachbarlandes kennen oder lernten die Farben des Herbstes auf Französisch auszusprechen. Französische Kinderlieder brachen schnell das Eis. Doch die Sprachbarriere blieb. "Manche Dinge sind gar nicht so einfach nur mit Bildern und Fingerzeichen zu erklären. Das hat mir doch einige Probleme bereitet. Da reicht die Konzentration der Kleinen manchmal eben nicht aus", erzählte Stephanie.

Bei den Großen war das schon anders. Mit viel Geduld übte Stephanie französische Wörter auch mit den Erzieherinnen der "Olbespatzen". Kita-Leiterin Herdun Dunkel meinte: "Wir wollen in den kommenden Wochen weiter mit unsere Kindern üben. Dazu mussten wir natürlich selbst lernen, wie man die Worte richtig ausspricht. Allerdings müssen unsere Kinder die Worte nicht auswendig pauken. Es geht um das spielerische Bekanntmachen mit dem Klang der französischen Sprache. Wir sind ja im Kindergarten und nicht im Gymnasium. Und den Kindern macht es Spaß."

Ortsbürgermeister Hans Eike Weitz hat die Absicht, eine französische Muttersprachlerin dauerhaft als Erzieherin in der Kita anzustellen. "Doch bisher ist das an bürokratischen Auflagen gescheitert. Aber wir bleiben an dem Thema dran." Stephanie Lebreton wäre auf jeden Fall bereit, längere Zeit in Rottmersleben zu wohnen. Dann würden auch bald die letzten Sprachprobleme der Vergangenheit angehören.