Die Lachmuskeln wurden am Sonnabend bei der fünften Ausgabe von "Rogätz lacht" arg strapaziert, auch Pufpaffs Sakko, bei dem die Nähte ungewollt barsten. Die Veranstalter – die Heimat- und Kulturfreunde Rogätz – hatten nicht zu viel versprochen, als sie politisches Kabarett vom Feinsten ankündigten.

Rogätz (mhä/car). "Päckchen!", brüllte Wessi-Kapitän Sebastian Pufpaff von der MS "Bundesrepublik Deutschland", woraufhin Leichtmatrose Martin Zingsheim die Arme vor dem Bauch verschränkte. Später gab auch das Publikum hin und wieder diese Anweisung und freute sich ungemein, wenn der blondgelockte Matrose hinter dem Keyboard artig folgte. Für heimliche Freude sorgte der 1. Offizier und sächselnde Ossi Henry Schumann, wenn er standhaft gegen den Schnösel von Kapitän aufbegehrte, aber mit der Zeit lernte, dass Anzug, Hemd und Krawatte auch ihn zum Erfolgsmenschen machen können. Das Trio verursachte bei "seiner Mannschaft" im Saal herzerfrischendes Lachen, gellendes Aufschreien und manchmal auch betretenes Schweigen. Die Ost-West-Problematik und der Aufschwung nach der Krise hielt alle fast zweieinhalb Stunden in Atem.

Die drei Namen Pufpaff, Schumann und Zingsheim muss man sich unbedingt merken, ihre Karriere beginnt gerade. So war der Rheinländer Sebastian Pufpaff am Donnerstag erstmals Gast bei Riechlings "Satiregipfel" in der ARD.

Die etwa 60 Zuschauer mussten nicht bereuen, dass sie wegen eines bedauerlichen Versehens des Veranstalters am Freitag einmal umsonst und am Sonnabend noch einmal zur Turnhalle kommen mussten. Sie erlebten einen tollen Kabarettabend, der voll entschädigte, dank der brillanten Leistung der Kabarettisten, die vollen Einsatz zeigten. Leider war die Veranstaltung nicht so gut besucht, wie die Heimat- und Kulturfreunde Rogätz es erhofft und gebraucht hätte.

Trotzdem gibt es auch ein nächstes Mal von "Rogätz lacht" und zwar am Freitag, dem 11. Februar 2011. Dann kommen die Hengstmann-Brüder aus Magdeburg mit ihrem Vater Frank in die Turnhalle und zeigen ihr Programm "Die heiligen drei Wenige".

Karten dafür sind bei den Heimat- und Kulturfreunden schon vor Weihnachten zu haben. "Über den genauen Termin des Vorverkaufs informieren wir rechtzeitig", erklärte die Vereinsvorsitzende Margitta Häusler.