Wolmirstedt. Genau 29 Monate hat Kantor Gerhard Noetzel in Wolmirstedt gearbeitet und dabei viele Spuren gelegt. Von Anfang an war die Stelle befristet, er vertrat Konstanze Schlegel während der Elternzeit. Als "Ersatz" ist Noetzel allerdings nie aufgetreten, er stieg voller Elan in die Arbeit des Kantors ein. Er betreute Kirchenchöre, baute den Kinderchor auf, saß während der Gottesdienste an der Orgel, erarbeite musikalische Projekte in der evangelischen Kita. Das sind die Aufgaben eines Kantors, Noetzel hat darüber hinaus viel zu geben. Für unzählige Konzerte suchte er sich Partner. Ob Orgel mit Violine, Orgel mit Schlagzeug, vierhändiges Pianospiel, stets erreichte er mit diesen gemischten Angeboten eine große Zuhörerzahl. "Wegen der Musik kamen Menschen in die Kirche, die wir sonst nicht hier sehen", beobachtete er und wünscht sich, dass diese Kraft weiter genutzt wird. Die größten Erfolge feierte er wohl mit dem Männerquartett "Supcooltour", aber auch die musikalisch.literarischen Abende mit Superintendenten Uwe Jauch gehörten fest zum Wolmirstedter Kulturkalender.

Im Kirchenkreis Wolmirstedt fand Gerhard Noetzel seine erste Stelle nach dem Ende des Studiums, doch nicht nur beruflich öffnete er in dieser Zeit neue Türen. Gleich zu Beginn seiner Amtszeit heiratete er seine Frau Susanne, im Jahr darauf wurde Söhnchen Georg geboren. "Wir haben hier innerhalb kürzester Zeit so viele Freunde gefunden, wie noch nie in unserem Leben", sagt Noetzel und denkt dabei vor allem an die Familie von Konstanze Schlegel und an Familie Jauch. "Diesen sozialen Beziehungen gilt die allergrößte Träne. Und den vielen netten Menschen in den Chören."

Noetzel geht aber auch mit großer Freude im Herzen. "Ich habe in Herzberg eine unbefriestete Stelle, eine schöne Kirche mit toller Orgel. Und meine Schwester ist dort die Pfarrerin." Alles Gute!