Ebendorf. Einem Teil der Bürger in Ebendorf steht das Grundwasser im wahrsten Sinne des Wortes bis zum Hals, doch jetzt ist Bewegung hinein gekommen. So erstaunt es nicht, dass gut 70 Besucher kürzlich den Weg ins Bürgerhaus fanden, zu der Frank Hujer und Wilma Wischeropp eingeladen hatten. Und es wurde von Anbeginn Klartext gesprochen: So gab Frank Hujer, Mitglied des Ortschaftsrates, einen kurzen historischen Abriss über die Pumptätigkeit zur Absenkung des Grundwasserspiegels in Ebendorf, die bereits das erste Mal im Jahre 1914 einsetzte. In der Diskussion erweiterten viele Bürger diese geschichtliche Darstellung, brachten ihre Erfahrungen aus der Familie ein, die seit mehreren Generationen gesammelt wurden. Aber genau dieser bedeutende Erfahrungsschatz, so der Tenor der Teilnehmer, wurden bei der Bautätigkeit in den vergangenen 20 Jahren offensichtlich einfach ignoriert. Anders sind die Auswirkungen, die jetzt deutlich spürbar werden, nicht zu erklären.

Unverständnis daher bei den Besuchern über die dramatische Situation in der Kindertagesstätte. Es gab recht kritische Worte zur Rekon- struktion des Kellergeschosses der Einrichtung, die (auch hier gab es keine gegenteilige Meinung) nie so hätte stattfinden dürfen. Im Nachhinein räumt man allerdings ein, dass es ein Fehler war, dass nicht dagegen interveniert wurde, als im Gemeinderat darüber beschlossen wurde. Es gab aber auch lobende Worte während dieser Bürgerversammlung. Dankbar sind die Ebendorfer Herrn Reckler, der quasi ehrenamtlich über 30 Jahre lang die Pumpen betätigt hat. Er konnte auch so die Stromkosten benennen (ca. 1500 Euro im Jahr), die von der Gemeinde stets übernommen wurden. Doch das wurde in der Diskussion laut: Offensichtlich wird am 1. Januar 2011 die Pumptätigkeit eingestellt. Wie Frank Hujer betonte, hatte die Gemeinde schon im Mai Herrn Reckler untersagt, die Technik weiter zu betreiben, "doch zwischenzeitlich wurde eine Kompromisslösung bis Jahresende gefunden". Das bedeutet, das NH-Hotel (Grundeigentümer des Steinbruches) meldet dann den Elektroanschluss ab.

Die betroffenen Einwohner stellten zu recht die Frage: Wie soll es nun weitergehen? Diesbezüglich wurden Fragebögen ausgeteilt, womit erst einmal eine Bestandsanalyse der Wasserschäden in den einzelnen Haushalten vorgenommen werden soll. Die Auswertung dieser Fragebögen wird einen Überblick über die aktuelle Situation bringen und könnte sicher auch für ein angestrebtes hydrologisches Gutachten interessant sein.

Schon am Ende der Veranstaltung gab es 40 Rückmeldungen. Die Freien Wähler wollen jetzt über den Ortschafts- und Gemeinderat beantragen, dass die Verwaltung Varianten zum weiteren Vorgehen erarbeitet. Ziel muss es sein, die Grundwasser-Situation zu entspannen. Der nächste Schritt wird bereits am 7. November bei der Sitzung des Ortschaftsrates vollzogen. Die Organisatoren bauen fest darauf, dass sich hier die betroffenen Bürger zu Wort melden, um der Wasserproblematik Nachdruck zu verleihen.