Eine Sanierung der Klein Santersleber Ambrosiuskirche strebt die Ortschaft Schackensleben zusammen mit dem 2010 gegründeten Kirchenförderverein und der Kirchengemeinde an. Bei der Diskussion einer Wunschliste für Investitionen 2011 sprach sich die Ratsrunde klar für des Vorhaben aus und will nun um die Unterstützung der Einheitsgemeinde werben.

Schackensleben. Nach der im Sommer verfügten Sperrung wegen erheblicher Baumängel und Einsturzgefahr (Volksstimme berichtete) wird Ortsbürgermeister Ernst Daenecke zufolge demnächst eine Notsicherung zur Stabilisierung der Dachkonstruktion erfolgen. Danach wäre die Kirche zwar wieder begehbar, "doch es muss noch viel mehr getan werden. Oder wir überlassen die Kirche ihrem Schicksal", betonte Daenecke und sprach von bisher geschätzten Sanierungskosten in Höhe von einer halben Million Euro.

Bereits eingestürzt wäre die Klein Santersleber Kirche Danecke zufolge, wenn nicht in den 1970er Jahren grundsätzliche Rettungsmaßnahmen erfolgt wären. "Man hat damals mit viel Herzblut und mit den damals zur Verfügung stehenden Mitteln versucht, die Kirche zu retten. Allerdings hat man das Dach damals mit Betonziegeln eingedeckt, die schwerer als normale Ziegel sind. Die Nässe in den Balkenkonstruktionen war aber nicht vollständig beseitigt worden, so dass das neue Dach das Mauerwerk inzwischen weiter auseinander gedrückt hat."

Das für die drei Kirchen in Klein Santersleben, Schackensleben und Groß Santersleben zuständige Kirchspiel Groß Santersleben-Schackensleben mit seinen 500 Mitgliedern ist mit der Sanierung der dritten Kirche – der Ambrosiuskirche – überfordert. Die beiden anderen Kirchen sind im Wesentlichen saniert, auch wenn dort noch etwas getan werden müsste.

Nach Einschätzung von Ernst Daenecke ist die Sanierung der Klein Santersleber Kirche "nur mit fremdem Geld" realisierbar. "Und an solches Geld kommten wir nur heran, wenn wir für dieses kulturhistorische Kleinod ein neues Nutzungskonzept erarbeiten", betonte Daenecke.

Im Gespräch sind Nutzungs-ideen wie die Einrichtung eines Standesamtes, bei weiterer Nutzung als Kirche. Damit könnten sich sowohl kirchliche und nicht kirchliche Brautleute das Ja-Wort in St. Ambrosius geben. Gedacht ist auch daran, dass die Hochzeitsfeier gleich in der Kirche stattfinden könnte. Auch die Möglichkeit, die Kirche für Erlebnisgastronomie zu vermieten, ist in der Diskussion, ebenso die Veranstaltung von Lesungen, Konzerten und anderen kulturellen Höhepunkte sei denkbar.

Ein solches Nutzungskonzept soll nun gemeinsam mit dem Kirchenförderverein und der Kirchengemeinde erarbeitet werden. Bis zum 1. November soll ein erster Förderantrag fertig sein. Geplant ist ein Antrag für die europäische Förderkonzeption "Leader" – einer Entwicklungsstrategie der EU zur Förderung des ländlichen Raumes. Bis zum 1. November müssen alle Anträge für das Förderjahr 2011 beim zuständigen Leader-Manager Wolfram Westhus eingereicht sein.

Antragsteller soll zunächst die Kirchengemeinde sein. Mittelfristig geplant ist aber, dass die Gemeinde Hohe Börde den Förderantrag übernimmt, denn öffentliche Antragsteller bekommen bei "Leader" höherer Förderquoten als private Antragsteller. Und die Kirchengemeinde zählt als privater Antragsteller.

Zwischen Kirchspiel und der politischen Gemeinde Hohe Börde müsste eine Nutzungsvereinbarung abgeschlossen werden, die der Gemeinde die öffentliche Nutzung für besagte Zwecke erlaubt. Der von der Gemeinde Hohe Börde bei einer Förderzusage aufzubringende Eigenanteil soll hauptsächlich durch Kirchenmittel und Spenden aufgebracht werden, betonte Daenecke – wissend um die Haushaltslage der Gemeinde Hohe Börde.