Die Gerüchteküche um die Zukunft der Sandbeiendorfer Kläranlage kochte in den vergangenen Wochen förmlich über. Angeheizt wurden die Spekulationen durch eine Baustelle des WWAZ unmittelbar an den Klärteichen sowie einen Tagesordnungspunkt auf der Sitzung des Verbandsgemeindeausschusses.

Sandbeiendorf. "Beschluss über die Übertragung der Aufgabe der Schmutzwasserentsorgung im Ortsteil Sandbeiendorf zum 1. Januar 2011 an den Wolmirstedter Wasser- und Abwasserzweckverband (WWAZ)", lautete ein Tagesordnungspunkt auf der jüngsten Sitzung des Verbandsgemeindeausschusses für die Angelegenheiten des Schmutz-, Niederschlags- und Trinkwassers. "Wir haben diesen Punkt von der Tagesordnung genommen, da uns inzwischen eine gesicherte Datenlage vorliegt", informierte Verbandsgemeindebürgermeister Thomas Schmette.

Klärschlamm muss ausgebaggert werden

Ursprünglich sei man davon ausgegangen, dass die Klärung des Sandbeiendorfer Schmutzwassers in den schon zu DDR-Zeiten errichteten Klärteichen deutlich teurer werde. So stehe demnächst eine Entsorgung des Klärschlammes an. Eine konkrete Kostenkalkulation dafür ist noch nicht bekannt.

"Deshalb werden voraussichtlich die derzeitigen Abwassergebühren in Höhe von 1,80 Euro je Kubikmeter sowie einer Grundgebühr von 10 Euro monatlich nicht beibehalten werden können, sondern ansteigen. Wir wollen die Kosten für die Klärschlammentsorgung jedoch möglichst langfristig umlegen, damit die Gebühr nicht so stark ansteigt und auch weiterhin unter der des WWAZ liegt", informierte Schmette. Zum Vergleich: Der WWAZ berechnet 2,54 Euro je Kubikmeter bei einer Grundgebühr von jährlich 90 Euro. "Für die nächste Sitzung des Verbandsgemeinderates werden wir eine Mitgliedschaft von Sandbeiendorf im WWAZ nicht empfehlen", resümierte Thomas Schmette.

Aber was hat es mit der Baustelle des WWAZ in unmittelbarer Nähe der Sandbeiendorfer Kläranlage auf sich?

"Der WWAZ lässt gegenwärtig eine Abwasserdruckleitung errichten, um die Abwässer aus den Ortschaften Dolle, Angern, Wenddorf und Cröchern kostengünstig in der Rogätzer Kläranlage entsorgen zu können", teilte WWAZ-Geschäftsführer Frank Wichmann auf Volksstimme-Anfrage mit. Die rund 638 000 Euro teure Leitung soll noch in diesem Jahr in Betrieb gehen. Bei Sandbeiendorf wird dafür ein Pumpwerk errichtet.

Entsorgung in Tangerhütte wird teurer

"Die termingerechte Fertigstellung der Leitung ist wichtig, denn wir müssen uns zum 1. Januar 2011 vom Klärwerk Tangerhütte abnabeln, das bisher das Abwasser aus den genannten Ortschaften geklärt hat. Hintergrund ist eine Kostenerhöhung von über 150 Prozent, die vom betreibenden Wasser- und Abwasserverband Stendal-Osterburg zu diesem Termin angekündigt wurde", so Frank Wichmann.

Bei diesen Kosten könne der WWAZ die gegenwärtige Gebühr von 2,54 Euro je Kubikmeter nicht mehr schultern. "Daher stecken wir jetzt viel Energie in die Überleitung des Abwassers in das Rogätzer Klärwerk, um die Gebühr konstant zu halten. Vielleicht wird im nächsten Jahr sogar eine kleine Gebührensenkung möglich sein", sagte Frank Wichmann.