Ebendorfs Ortschaftsräte machten auf ihrer Sitzung in der vergangenen Woche ein Informationsdefizit zum Schicksal des Mühlenhofes in den Haldensleber Straße aus. Seit mehr als einem Jahr gebe es keinen erkennbaren Fortschritt, hieß es. Offen sei das endgültige Nutzungskonzept. Ein verbindlicher Vertrag zwischen Kommune und Verein ist auch nicht geschlossen.

Ebendorf. Der Mühlenhof in der Haldensleber Straße in Ebendorf soll zu einer kulturellen Einrichtung und zu einem multifunktionalen Treff ausgebaut werden. So sieht es eine Prioritätenliste der Lokalen Arbeitsgemeinschaft (LAG) Colbitz-Letzlinger Heide vor. Die Grundsicherung des Gebäudes wird mit 500 000 Euro veranschlagt. Die LAG hofft, für die Realisierung des Projektes auf eine 50-prozentige Förderung aus dem Programm LEADER der Europäischen Union zurückgreifen zu können. In dem Gebäude befindet sich eine Motormühle aus den Anfängen des vorigen Jahrhunderts. Der Kultur- und Geschichtsverein Ebendorf ist seit Jahren bemüht, dieses Zeugnis der Technikgeschichte vom Staub der Vergangenheit zu befreien. Jedes Jahr am 1. Mai ist der Mühlenhof für die Allgemeinheit geöffnet. Was immer noch der Unterschrift harrt, ist ein auf Dauer angelegter Nutzungsvertrag für das Gebäude zwischen Kommune und Verein. Die Gemeinde vermisst die Position des Kultur- und Geschichtsvereins, ob er die Mühle endgültig instandsetzt oder nicht und andere klare Aussagen zum späteren Nutzungskonzept. Anscheinend gibt es Berührungsängste. "Der Verein muss mit dem Nutzungskonzept an die Gemeinde herantreten und nicht umgekehrt", gab der stellvertretende Barleber Bürgermeister Jörg Meseberg letzten Dienstag seine Position preis. Weil nicht klar ist, wer welche Pflichten übernimmt, hadert die Gemeinde, Mittel für den Ausbau des Mühlenhofes locker zu machen.

"Der Verein soll 20 Prozent der Investitionskosten bezahlen. Das kann er nicht", ist Ortschaftsrätin Karin Baudisch überzeugt. Bliebe die Möglichkeit, dass die Kommune die Gesamtkosten für den Ausbau übernimmt, der Verein das Objekt pachtet und die laufenden Kosten trägt. Rudolf Wehling ist der Meinung, dass beide Seiten an einen Tisch müssen, bevor irgendwelche Planungsleistungen eingeleitet werden. Ortsbürgermeister Manfred Behrens zieht sich nunmehr die Rolle des Vermittlers auf den Tisch. Ihm schwebt ein internes Gespräch unter seiner Leitung zwischen Verwaltung und Verein vor.