Nedlitz l Die Kindertagesstätte "Gänseblümchen\'\' in Nedlitz will einen Trinkbrunnen errichten lassen. Die Kinder sollen ein richtiges Trink- und Ernährungsverhalten erlernen.

Richtig ,,Durst haben\'\' verspüren Kinder und Jugendliche heute nur noch selten. Und sie trinken zu wenig. Eigentlich sollten Vier- bis Zehnjährige täglich mindesten vier Viertelliter-Gläser leeren. Häufig ist es der Fall, dass Kinder gerade mal die Hälfte ihres eigentlichen Tagesbedarfs trinken.

Die Erzieherinnen der Kita ,,Gänseblümchen\'\' wollen das ändern. Da sich die Kinder zur jeder Jahreszeit sehr viel draußen auf dem Spielplatz aufhalten, kamen die bemühten Erzieherinnen auf die Idee, neben den viele Projekten zu den Themen Gesundheit und Ernährung, eine Trinkbrunnen bauen zu lassen. Der frei zugängliche Brunnen würde ermöglichen, dass die Kinder - sozusagen mitten im Spiel - ihren Trinkwasserbedarf decken können. Natürlich stehen den Kindern auch noch andere Getränke in ihren Räumen zur Verfügung, im Sommer wie im Winter.

,,Zuerst mussten wir uns um die Förderung eines Trinkbrunnen bewerben. Die Mutter eines Kindes beantragte dann dieses Vorhaben", erzählt die Leiterin der Kindertagesstätte, Annett Friedrich. Anfang Januar kamen Bernd Wienig und Jana Hildebrand-Kluschke von der Firma Heidewasser und Jan Hädrich von der Stadt Zerbst, um sich ein Bild von den Gegebenheiten zu machen. Sie beschieden dieses Projekt als förderungsfähig und unterstützen es.

Der Trinkwasserbrunnen würde wie ein ganz normales Waschbecken funktionieren, denn er hätte die gleichen Anschlüsse. Mit Hilfe des normalen Wasserdrucks wird dann das Wasser zur Amatur befördert. Ein Druckknopf mit Ventil würde den Wasserdruck regeln und eine gezielte Wasser-entnahme ohne Verschwendung ermöglichen.

Der Brunnen kann im Winter abgebaut werden oder er wird abgedeckt. Zu Beginn der neuen Saison erfolgt eine Trinkwasseruntersuchung durch das Gesundheitsamt.

Erfahrungen aus anderen Kindereinrichtungen mit einem Trinkbrunnen lassen darauf schließen, dass der bedarfsgerechte Flüssigkeitskonsum gefördert wird. Mit einem Trinkbrunnen erleben die Kinder Trinkwasser als gesunde Alternative zu anderen Getränken. Außerdem freundeten sich ,,wasserungewohnte\'\' Kinder schnell mit diesem Getränk an und überraschten damit ihre Eltern.

Leider kann das Projekt nur durch Spenden erfüllt werden. Für die Kita ist das sehr mühsam, denn sie muss sich selber um die Spenden kümmern. Doch bis heute konnten schon einige Spender gefunden werden, und man kann hoffen, dass der Trinkbrunnen bald den Kleinen als Durstlöscher zur Verfügung stehen kann. Wer dieses Vorhaben unterstützen will, kann sich unter (03 92 43) 278 melden.