60 Jahre Feuerwehr, 160 Jahre Brandschutz in Bias - zwei Gründe, um zu feiern.

Bias l Auf den Tag genau am 13. April vor 60 Jahren wurde die Freiwillige Feuerwehr Bias gegründet. Oder doch nicht? Ganz schlüssig ist es nicht, gibt es doch zumindest einen historischen Hinweis, dass die Biaser Wehr in diesem Jahr nicht ihr 60. Bestehen begehen müsste, sondern ihr 160.

"In einer Chronik ist nachzulesen, dass es eine alte Gemeinderechnung gibt, die besagt, dass im Jahr 1853 für den Spritzmeister Friedrich Natho ein Taler und 20 Silbergroschen ausgegeben wurden", erzählt Ortswehrleiter Hans-Joachim Huhle. "Allein die Tatsache, dass es damals einen Spritzmeister und damit auch eine Spritze gab, lässt darauf schließen, dass schon zu dieser Zeit für Brandschutz in unserem Dorf gesorgt wurde." Doch leider gibt es keinen anderen Hinweis. Ganz die Hoffnung hat Ortswehrleiter Huhle jedoch noch nicht verloren. "Wer weiß, vielleicht finden wir noch einen Beleg für ein früheres Gründungsdatum - dann feiern wir einfach noch einmal."

Wo es vor 160 Jahren an Belegmaterial mangelte, kann das 60. Bestehen aber nicht nur mit Papieren belegt werden, sondern auch noch mit Gründungsmitgliedern. "Ich freue mich, dass Alfred Pakendorf und Werner Johannes bis heute Mitglieder unserer Wehr sind", sagt Huhle. Denn gerade die beiden haben noch mit überliefert, dass die Wehr von acht jungen Männer im ehemaligen Dorfgasthof gegründet wurde. Wenig später zählte die Wehr schon 20 Mitglieder unter der Führung des Ortswehrleiters Otto Stutterheim. "32 Jahre, bis zum 31. März 1985, war er in dieser Funktion tätig. Leider liegen uns aus dieser Zeit die wenigsten Aufzeichnungen und nur unvollständige Personalunterlagen vor, so dass das meiste aus dieser Zeit von unseren Alterskameraden überbracht wurde", sagt Hans-Joachim Huhle. Zu den bemerkenswerten Geschichten, an die sich die alten Kameraden erinnerten, zählt auch der Ausschluss von drei Mitgliedern kurz nach der Gründung der Wehr. "Einzig auf der Tatsache begründet, dass sie Großbauern waren", erzählt Huhle. Doch nach dem 17. Juni wurden sie zurück geholt.

Als Otto Stutterheim sein Amt als Wehrleiter niederlegte, übernahm Reiner Jobs die Leitung der Wehr bis 1991. In seiner Zeit wurden die ersten Frauen und Jugendlichen Mitglieder der Wehr und ein neues Gerätehaus wurde fast nur in Eigenleistung gebaut.

Mit der Wende brachen auch turbulente Zeiten in der Biaser Wehr an. "Viele Kameraden mussten sich beruflich neu orientieren, auch Reiner Jobs", erzählt Huhle. Ihm folgte für ein Jahr Gerald Beger als Wehrleiter. Etwa ein Jahr lang konnte dann trotz Bürgerversammlung kein neuer Wehrleiter gefunden werden, bis sich 1994 Alfred Pakendorf bereit erklärte.

Ein ebenfalls wichtiges Datum in der Biaser Wehr ist der 18. März 1996: Hier erhielten die Biaser ihr erstes Feuerwehrfahrzeug. Einen B 1000. "Von da an war unser alter Vorspanndienst Geschichte, der für unseren alten Tragkraftspritzenanhänger nötig war", erzählt Huhle und lacht. Einzig das Tor des Gerätehauses musste dann noch angepasst werden.

Über solche Anekdoten könnte Hans-Jaochim Huhle noch lange erzählen, doch der Wehrleiter, der 2001 Alfred Pakendorf ablöste, hielt sich auf der Jubiläumsfeier kurz. "Ich möchte zum Schluss noch den 67 Frauen und Männern danken, die die Geschichte der Biaser Feuerwehr in den letzten 60 Jahren mitgestaltet haben."