Burg/Nedlitz (am) l Die Superintendentin des evangelischen Kirchenkreises Elbe-Fläming, Ute Mertens, hat darum gebeten, von der öffentlichen Präsentation zweier Mumien in der Kirche in Nedlitz (Jerichower Land) aus Pietät Abstand zu nehmen. Die Gruft sei Ruhestätte von Menschen, die Nedlitz und die Kirche im Ort geprägt hätten. Damit sollte behutsam umgegangen werden. Im Rahmen eines kontrovers auch in der Volksstimme diskutierten Projektes hat ein Förderverein in Nedlitz zusammen mit Fachleuten seit drei Jahren daran gearbeitet. Die Ausstellung soll Einblicke in die Vorstellungswelt der Menschen in der Region um den Tod in früheren Jahrhunderten geben. Die restaurierten Leichen sollen ab dem 27. April in der Nedlitzer Kirche öffentlich gezeigt werden. Zur Eröffnung wird auch Landwirtschaftsminister Hermann Onko Aeikens (CDU) erwartet. Auf der Frühjahrssynode des Kirchenkreises am Sonnabend in Burg würdigte Mertens, mit wieviel Zeit und Kraft Nedlitzer Christen und Nichtchristen die Kirche im Ort wieder zu einem Schmuckstück werden ließen. Sie machte deutlich, dass sie auch das Anliegen der Ausstellung "gerne und positiv aufgenommen" habe. Sie verstehe die Beweggründe des Kirchbauvereins. Eine mediale Vermarktung und öffentliche Zurschaustellung der Mumien sollten die Verantwortlichen in Nedlitz nochmals überdenken, so Mertens.