Der vergangene Winter ist noch vielen Autofahrern in guter Erinnerung, die sich wochenlang durch Schnee und Eis kämpfen mussten. Auch die Straßenmeistereien hatten alle Hände voll zu tun, Fahrbahnen und Gehwege befahrbar zu machen und zu halten. Wie ist der Vorbereitungsstand auf den kommenden Winter?

Zerbst. "Wir sind gut vorbereitet", lautet die Aussage von Jan Hädrich, Pressesprecher der Stadt Zerbst. "Der Bau- und Wirtschaftshof der Stadt ist durch die Einrichtung eines Bereitschaftsdienstes für den Winterdienst auch auf kurzfristig auftretende Schneefälle und Glätte eingestellt." Dazu wird das Wetter ständig beobachtet. Bis zu 25 Beschäftigte können je nach Bedarf eingesetzt werden. Dabei erfolgen erste Maßnahmen – auch an Sonn- und Feiertagen – ab 5 Uhr morgens.

Allerdings gilt zu beachten, dass die Räumungspflicht der Stadt Zerbst für das Schneeräumen und Streuen lediglich auf den Fahrbahnen gilt, die in der Anlage zur Straßenreinigungssatzung aufgeführt sind – einschließlich öffentlicher Parkplätze und Fußgänger-überwege – in der Reihenfolge ihrer Verkehrsbedeutung. Die Stadt ist also nicht verpflichtet, alle Straßen im Kernstadtgebiet und den Ortsteilen zu räumen. Für das Räumen und Streuen der Gehwege und sonstigen Flächen, auf denen die Stadt Zerbst selbst Anliegerpflichten zu leisten hat, werden von der Stadt mehrere Teams eingesetzt, teilt Jan Hädrich mit.

Zwar bleibt abzuwarten, ob dieser Winter die Winterdienste wieder vor solche Herausforderungen stellt wie im vergangenen Jahr. Für Zerbst und dessen Ortsteile stehen je nach Bedarf bis zu 15 Fahrzeuge für den Winterdienst zur Verfügung. 50 Tonnen Streusalz wurden durch die Stadt eingelagert.

Rund 200 Tonnen ruhen derweil im Streusalzlager der Kreisstraßenmeisterei Anhalt-Bitterfeld in Zerbst. In den Bereichen Zerbst und Köthen wird der Winterdienst für die Kreisstraßen durch eigene Beschäftigte abgedeckt. Im Altkreis Bitterfeld sind die Anhalt-Bitterfelder Kreiswerke GmbH zuständig.

"Die Wintertechnik ist überprüft, der Winterdienstplan mit Streu- und Räumrouten sowie Einsatzplänen steht", teilt Marina Jank, Pressesprecherin des Landkreises, mit. Für die Altkreise Zerbst/Anhalt und Köthen stehen fünf Unimogs, ein MAN und ein FUMO zur Verfügung sowie als Ersatzfahrzeuge ein Unimog und drei Multicar. "Für den Winterdienst werden inklusive Winterdienstbeauftragte und Reservearbeitskräfte 23 Beschäftigte der Kreisstraßenmeisterei eingesetzt", fügt Jank hinzu. Die Räumdienste be-ginnen wochentags bereits um 3 Uhr morgens, am Wochenende und an Feiertagen ab 5 Uhr. Dies scheint auch notwendig, da unabhängig von der Wetterlage alle Kreisstraßen bedient bzw. beräumt werden müssen.

Dennoch hat der vergangene Winter in den Vorbereitungen Spuren hinterlassen. "Die Kreisstraßenmeisterei hat in diesem Jahr die Menge Salz geordert, die im Winter 2009/ 2010 verbraucht wurde", betont Jank. Verträge zur Absicherung von weiterem Personal oder Einsatz von Fremdfirmen bei noch extremeren Bedingungen sind hingegen nicht abgeschlossen worden. Bleibt zu hoffen, dass es Väterchen Frost in diesem Winter etwas besser mit uns meint.