Exotische Physalis und saftige Pfirsiche gedeihen prächtig bei Wilfried Ebenhan. Der Zerbster erntet neuseeländische Tomaten und winzige Kiwis. Das Herz des leidenschaftlichen Gärtners schlägt aber vor allem für seine vielen Orchideen.

Zerbst l Die Augen von Wilfried Ebenhan leuchten, wenn er von Orchideen erzählt. Vor zehn Jahren bekam er die erste von seiner Tochter geschenkt. Seither lassen ihn diese zauberhaften Gewächse mit ihrer enormen Vielfalt nicht mehr los. "Manche sind kleinblütig, andere stark duftend", gerät der Zerbster schnell ins Schwärmen. Von der breit gefächerten Farbpalette mal ganz abgesehen...

"Einfach faszinierend", erklärt Wilfried Ebenhan mit Blick auf die gut 150 Exem- plare und etwa 70 verschiedenen Arten, die er mittlerweile besitzt. "Sie sind wie Kinder", bemerkt er lächelnd. Entsprechend rührend kümmert sich der frühere Biologie-Lehrer um sie. Kranke Pflanzen werden liebevoll aufgepäppelt. Es gibt auch heimtückische Schädlinge, auf die man bei Orchideen achten muss. Und: Man muss aufpassen, dass man sie nicht zu sehr nässt. "Manchmal ist einmal gießen pro Woche schon zu viel. Das hängt vom Substrat ab", weiß Wilfried Ebenhan. Er rät deshalb zu durchsichtigen Blumentöpfen, auch eine Drainage zum Abfluss des überschüssigen Wassers empfiehlt er.

Mitunter ist auch viel Geduld erforderlich. Das beweist die im kräftigen Bordeaux erstrahlende Vanda, die an der Hauswand hängt. Erde benötigt sie mit ihren Luftwurzeln keine. Nur eine leichte Düngerlösung bekommt die hübsche Orchidee ab und zu. Mehr nicht. "Sie blühen erst nach zehn Jahren", schaut Wilfried Ebenhan auf die winzigen Vanda-Pflänzlein, die noch weit von dem eindrucksvollen Exemplar entfernt sind.

Der Zerbster besitzt allerdings nicht nur ein glückliches Händchen für Orchideen. Auch Obst und Gemüse gedeihen bei ihm prächtig. Locker erreichen die Himbeeren die Größe einer Zwei-Euro-Münze. "Es ist notwendig, sie im April/Mai auszudünnen", erklärt Winfried Ebenhan. Unterdessen reifen wenige Schritte weiter die Früchte an sieben verschiedenen Heidelbeerpflanzen heran. Auch Mini-Kiwis wird er demnächst neben Pfirsichen, Nektarinen und mehreren Apfelsorten ernten.

Zu den Exoten in unseren Breiten gehören ebenfalls die Physalis. Die Schwierigkeit sei, es zu schaffen, dass die Früchte ausreifen, bemerkt der 74-Jährige. Seine Weinreben bringen in dem kleinen wohlig warmen Holzschuppen derweil fruchtig süße Trauben hervor. Nebenan im Gewächshaus stehen mehrere Tomatenpflanzen - darunter eine neuseeländische Sorte. Unlängst erst dienten einige der prallen Früchte als Grundzutat für leckeren selbst gemachten Ketchup. Dass bei ihm alles so herrlich gedeiht, hat nicht nur mit seinem offensichtlich grünen Daumen zu tun. "Ich arbeite viel mit Kompost", erzählt der 74-Jährige. Auch Pferdemist verwendet Wilfried Ebenhan. Der Lohn aller Mühen ist ein Garten, der gleich mehrfach "Rekordverdächtiges" hervorbringt.

Noch bis zum 20. September kann sich jeder an der Gemeinschaftaktion der Zerbster Volksstimme und dem Stadtverband der Kleingärtner beteiligen und für die Kategorien "Dicker, größer, schwerer", "Die höchste Sonnenblume", "Blütenpracht" sowie "Exotisches und Kurioses" Kandidaten einreichen.

 

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