Seit 1919 gibt es den Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge, der weltweit die Soldatenfriedhöfe und Gedenkstätten betreut. Diese Arbeit ist auf Spenden angewiesen, und so stellen sich jedes Jahr Soldaten und Begleiter in den Dienst, um in Städten und Gemeinden zu sammeln, wie gestern in Loburg.

Loburg. Hauptfeldwebel Michael Drews vom Truppenübungsplatz Altengrabow, der Wehrpflichtige Manuel Schöttle, in Loburg zu Hause, und Ortsbürgermeister Bernd Wünschmann führten gestern die alljährliche Sammelaktion in Loburg durch.

Kaum waren sie auf den Marktplatz hinausgetreten, war Elvira Steffen die erste, die gerne etwas in die Büchse stecken wollte. Sie hatte von der Aktion gelesen und machte nicht viel Aufhebens um ihre gute Tat. Die Spende war auch für Roswitha Müllenhaupt eine Selbstverständlichkeit. "Da gibt man gerne was", sagte sie, schließlich sei auch ihr Vater Soldat gewesen.

An seine drei Jahre Kriegsgefangenschaft in Sibirien dachte Eberhard Thiele zurück, als er den Schein in die Büchse des Soldaten steckte. Er habe großes Glück gehabt. Andere nicht. Viele Schicksale sind bis heute ungeklärt.

Das, was in Loburg gesammelt wurde, kommt in den großen Topf, erklärte Hauptfeldwebel Drews. Bei der Kriegsgräberfürsorge gebe es verschiedene "Baustellen", wo die Spenden zum Einsatz kommen. Auch gewesene Kriegsschauplätze im Ostblock zählen dazu. Es finden Exhumierungen statt, Überreste werden geborgen, um die Gefallenen ordentlich beizusetzen. Ein stückweit können Schicksale aufgeklärt, Angehörige von Ungewissheit befreit werden…

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