Mit Hilfe von Stiftungsgeldern, Spenden und Fördermitteln konnte mit der Sanierung der Iterbieser Dorfkirche begonnen werden. Im Anbau soll ein Informationszentrum des Vereins "Straße gotischer Flügelaltäre" entstehen.

Isterbies (gst/pwi). An der Isterbieser Kirche begann kürzlich der erste von mehreren Sanierungs- und Restaurierungsabschnitten. Die im Kern romanische Kirche ist ein schlichter rechteckiger Feldsteinbau mit barockem Fachwerkdachreiter über dem Westgiebel. Im Jahr 1650 erhielt die Kirche einen Renaissanceanbau, der bis in die 30-er Jahre des letzten Jahrhunderts als Gruft genutzt wurde. Auch die spätere Nutzung als Trauerhalle lief in den 70-er Jahren aus, als außerhalb des Ortes ein neuer Friedhof mit eigener Trauerhalle angelegt wurde.

Die Kirchengemeinde und der Verein "Straße gotischer Flügelaltäre" e.V. arbeiten daran, den seit fast 40 Jahren leer stehenden Renaissanceanbau zum Informations- und Ausstellungsraum umzubauen. Im Inneren könnten sich interessierte Besucher auf Tafeln über gotische Flügelaltäre zwischen Elbe und Fläming informieren. Die Kirche zu Isterbies besitzt selbst einen der ältesten Flügelaltäre in dieser Gegend aus der Zeit um 1480.

Dank zahlreicher Fördermittel, Stiftungsgelder und Spenden können in dem aktuellen Bauabschnitt 178 000 Euro verbaut werden. Die meisten dieser Mittel fließen in die Instandsetzung der Dachstühle und Mauerkronen. Der Dachstuhl über dem künftigen Informationszentrum ist zum Beispiel zu 70 Prozent irreparabel zerstört und muss komplett erneuert werden. Auch die Deckenbalken auf denen der Turm steht, sind gebrochen und müssen ersetzt werden. Dazu muss die mit Engeln und einem Allianzwappen bemalte barocke Decke abgebaut werden. Erst dann kann endgültig über das Ausmaß der Schäden an den anderen Deckenbalken über dem Hauptschiff ein Urteil gefällt werden.

Die sehr wertvolle Kirche hat darüber hinaus noch große statische Probleme: Tiefe Risse an der Nordostseite destabilisieren die Wände und müssen dringend wieder geschlossen werden.

Die Lotto Toto GmbH Sachsen-Anhalt unterstützt die Maßnahme mit 30 000 Euro. In gleicher Höhe wurden Leader-Mittel für die Instandsetzung des künftigen Informationszentrums bewilligt.

So lange es noch die Witterung erlaubt, werden die Arbeiten fortgeführt. Endgültig abgeschlossen wird der Bauabschnitt dann erst nach der Frostperiode. Ein weiterer Bauabschnitt ist im Herbst 2011 geplant. Ob die Kirche am Heiligabend genutzt werden kann, wird sich in den nächsten Wochen entscheiden.

Die Kirchengemeinde und der Förderverein danken allen Spendern für ihre Unterstützung. Wer den Erhalt der Isterbieser Kirche unterstützen möchte, kann seine Spende auf das folgende Konto überweisen: KKA Magdeburg, Sparkasse JL, BLZ.: 81054000, Konto-Nr. 511002645, "Kirchensanierung Isterbies".