Die Idee, im Jahr 2013 in Gommern den Sachsen-Anhalt-Tag auszurichten, hat nun auch im Hauptausschuss von Gommern seine Mehrheit gefunden. Die endgültige Entscheidung obliegt dem Stadtrat. Der tagt am Mittwoch, dem 1. Dezember.

Gommern/Ladeburg. Im Jahr 2013 jährt sich zum 200. Mal das erste erfolgreiche Gefecht gegen die napoleonischen Truppen in den Befreiungskriegen bei Vehlitz und Möckern. Das inspirierte Bürgermeister Wolfgang Rauls (FDP), im Jubiläumsjahr den Sachsen-Anhalt-Tag in Gommern auszurichten.

Dazu ist auf der Grundlage eines Stadtratsbeschlusses ein Antrag beim Land erforderlich. Eine Voranfrage hat eine positive Reaktion ergeben. Die scheint sich nun durch die Ausschüsse zu ziehen. Im Kulturausschuss gab es ein einhelliges "Ja". Im Wirtschafts- und Finanzausschuss herrschte da schon deutlichere Skepsis, die sich in einigen Enthaltungen widerspiegelte.

Nun also auch die überwiegende Billigung im Hauptausschuss. Fragen gab es freilich auch in diesem Gremium. Ist es finanziell und personell zu stemmen? Bürgermeister Wolfgang Rauls (FDP) gibt sich weiterhin optimistisch: Zur Klärung der finanziellen Belastung wurden die Erfahrungen der Stadt Osterburg aus dem Jahr 2007 eingeholt. Demzufolge könne ein Fest dieser Größenordnung in einem verantwortbaren Rahmen durchgeführt werden. Möglicherweise könnte zeitgleich das Fläming-Frühlingsfest stattfinden, um weitere Fördergelder zu aquirieren. Die Kostenkönnten in etwa auf Höhe der Kosten für ein normales Gommeraner Stadtfest liegen.

Gommerns Stadtchef erläuterte den Ausschussmitgliedern die Aspekte, in denen die Stadt Leistungen zu erbringen hätte, und was nicht. Das Thema 1813 müsste eine besondere Rolle spielen. Auf die Frage, ob dies in Vehlitz, Dannigkow oder Ladeburg stattfinden würde kam eine deutliche Antwort: "Aus logistischen Gründen müsste das in Gommern umgesetzt werden. Das hindert aber die betroffenen Orte nicht, später im Jahr, kleinere Veranstaltungen zum Jubiläum des Gefechtes auszurichten"

Einen Rückzieher zur Ausrichtung des Sachsen-Anhalt-Tages könnte man zu allerletzter Not später noch machen, wenn es die Haushaltslage denn gar nicht hergebe, erläuterte Rauls auf Nachfrage. Nur den Antrag stellen, das müsste man jetzt schon. "Wenn der Stadtrat sich dazu entschließt, sich nicht für den Sachsen-Anhalt-Tag zu bewerben, dann erspart er der Verwaltung viel Arbeit, lässt sich allerdings auch eine sehr seltene Gelegenheit entgehen."

Das Innenministerium habe bereits angedeutet, dass die Chancen für einen Zuschlag so schlecht nicht stehen. Im Falle eines Zuschlages würde die Festmeile deutlich größer ausfallen, als bei einem gewöhnlichen Stadtfest. Fünf so genannte Regionaldörfer müssten untergebracht werden, in denen sich die Regionen von Sachsen-Anhalt präsentieren. Dazu kommen drei Radio-Bühnen.

Eine Idee, die man aus Osterburg übernehmen könnte, ist ein vierter Radiosender außerhalb der Innenstadt. In Osterburg hatte Radio RTL eine Bühne am Ortsrand aufgebaut. Dorthin zog es alle Partyfreudigen, während im Stadtkern nach einem lebhaften Tag die wohlverdiente Ruhe einzog.