Die vielen Niederschläge in diesem Jahr bescheren nicht nur den Landwirten Sorgenfalten. Zwischen Lübs und Prödel führt der stetige Regen regelmäßig zur Überschwemmung der Kreisstraße. Das Problem ist nicht neu, tritt nun jedoch besonders häufig zu Tage.

Prödel. Die "dauernd unter Wasser" stehende Kreisstraße 1233 zwischen Prödel und Lübs hat Ratsmitglied Dirk Woltmann auf der Sitzung des Prödeler Ortschaftsrates in dieser Woche angesprochen. Ihn interessierte, ob irgendetwas gegen die regelmäßige Überschwemmung der Fahrbahn getan werde. Ortsbürgermeister Jürgen Michalek bezweifeltes das. Als Hauptgrund führte er die hohen Kosten an, die es mit sich bringen würden, den dortigen Graben so zu verlegen, dass das Wasser schadlos abläuft.

Über die sechsstellige Zahl, die Michalek nannte, konnte Ratsmitglied Joachim Speck nur den Kopf schütteln. Er fragte sich, wie immer solche enormen Summe zustande kommen. Zugleich bemerkte der hauptberufliche Landwirt, dass er die Rüben nicht vom Acker bekomme, wenn dieser weiterhin unter Wasser stehe. Seiner Überlegung, das Problem selbst in Angriff zu nehmen, erteilte der Ortsbürgermeister aber eine Absage. "Privat geht das nicht. Dazu bist du nicht berechtigt", entgegnete er.

Jürgen Michalek ist ebenfalls unzufrieden mit der Lage. Während die Fahrbahn früher nur bei extrem hohen Niederschlägen überflutet wurde, reichen momentan schon geringe Regenmengen aus, weil die Äcker beidseitig der Straße gesättigt sind, wie er ausführte.

"Was ist, wenn Frost kommt?", warf Joachim Speck ein. Nicht nur ihm bereitete Sorgen, was geschieht, wenn es mal friert und sich die Wasser überzogene Fahrbahn in eine riesige Eisfläche verwandelt.

"Fazit ist, es wird nichts gemacht", fasste Dirk Woltmann zusammen.

"Gegenwärtig kann gegen die Überflutung nichts unternommen werden", erklärte Bernd Girke auf Volksstimme-Nachfrage. "Abhilfe wäre durch die Schaffung eines entsprechenden Grabensystems zu erreichen, das die Entwässerung und Wasserableitung in dieser Region gewährleisten kann. Über die notwendige Ausführung sind sich alle Betroffenen und Beteiligten einig. Es wären allerdings Investitionskosten von etwa 200 000 Euro notwendig", erläuterte der Leiter des Bereichs Bau und Umwelt beim Landkreis Jerichower Land.

Der Kreis ist zwar Straßenbaulastträger der K 1233, um die es hier geht. Die Verantwortlichkeit für die Behebung der Situation liegt jedoch nicht bei ihm, wie Bernd Girke betonte. "Im Gegenteil. Der Landkreis ist selbst Geschädigter, da die Straße und die Nebenanlagen durch die Überflutung Schaden nehmen." Wie er darlegte, sind die Gemeinde und der Unterhaltungsverband in dem Fall in der Pflicht, eine Abänderung des derzeitigen Zustandes herbeizuzuführen. Dabei lässt er nicht unerwähnt, dass das Problem nicht neu ist, es vom vormals zuständigen Landkreis Anhalt-Zerbst allerdings nicht gelöst wurde.

Die Ursache für die Überflutung der K 1233 ist nach Aussage von Bernd Girke vielfältig. Hauptsächlich handele es sich um Niederschlagswasser, das aufgrund des Gefälles von den angrenzenden Feldern in Richtung Fahrbahn läuft. Der Straßengraben sei aber nur so dimensioniert, dass er die Entwässerung des Straßenkörpers gewährleiste. Das zusätzliche Wasser aus den Feldern könne der Graben nicht aufnehmen.

So wird die Kreisstraße, wie jetzt wieder, überschwemmt. Kommt es dann zu einer Vollsperrung müssen Kraftfahrer eine weiträumige Umleitung über Schora nehmen. Gesperrt war die K 1233 zu Wochenbeginn nicht. Das kann nur die Landkreis veranlassen. Jürgen Michalek berichtete im Prödeler Rat, dass er selbst zumindest Warnschilder aufgestellt hat.