Flugplatzflächen und Flächen einer einstigen Radarstation bei Jütrichau sollen zur Stromerzeugung mit Photovoltaikanlagen bebaut werden. Der Stadtrat beschloss den für das Q-Cells-Kraftwerk auf dem Flugplatz erarbeiteten Bebauungsplan. Für die Radarstation gab sein Einverständnis zum Aufstellen eines Bebauungsplanes.

Zerbst. Der Stadtrat hat den Bebauungsplan zum Solarkraftwerk auf dem Zerbster Flugplatz nach erfolgter öffentlicher Auslegung und abgeschlossenem Abwägungsverfahren beschlossen. Damit ist aus dem Grundsatzbeschluss im Januar nunmehr tatsächlich ein nahezu ausführungsreifes Stadium der Projektvorbereitungen entwickelt worden.

Die Planung hat es eilig und braucht zugleich große Sorgfalt. Verzug entstand beispielsweise aktuell wegen eines verspätet eingegangenen so genannten "avifaunistischen Gutachtens" – die Betrachtung der Vogelwelt am Projektstandort und die Projektauswirkungen. Während alle anderen Aspekte im Rahmen der Öffentlichkeitsbeteiligung und des anschließenden Abwägungsverfahrens abgehandelt wurden, waren die Aussagen zu Vögeln und deren Nahrungs- oder Brutverhalten offen geblieben.

Das war nachzuholen und verbrauchte wegen der Ladungsfristen und Sitzungstermine rund vier Wochen. Neben der separaten Abwägung der Anregungen aus dem nachgereichten Gutachten und dem Satzungsbeschluss als solchem beschloss der Stadtrat auch, dem zum Plan nötigen Durchführungsvertrag zuzustimmen. Dieser Vertrag regelt die Pflichten und Rechte der Stadt Zerbst, des Investors Q-Cells und der Firma Getec AG als Flächenbesitzer bei der Realisierung des Projektes. Hier sind Realisierungszeiträume und nötige Wegerechte beschrieben und eingeräumt.

Die Ortschaft Straguth, unmittelbar angrenzende Ortschaft und mit Teilflächen seiner Gemarkung vom Projekt betroffen, hatte vor der Stadtratssitzung erneut unausge- wogen abgestimmt. Ortsbürgermeister Edgar Grund hatte hierzu erklärt, dass die Ortschaft "in Gänze hinter dem Projekt steht, aber enttäuscht darüber ist, dass Q-Cells sich nicht stärker für eine Vereinnahmung auch der für Schweinemast reservierten Flächen einsetzte". Bereits im Frühjahr hatte Q-Cells durchblicken lassen, dass dadurch unverhältnismäßig höhere Investitionen in Transformatorentechnik unausweichlich wären.