Walternienburg/Zerbst. In die angenehme Rolle des Weihnachtsmannes ist Innenminister Holger Hövelmann (SPD) am Heiligen Abend geschlüpft. Mit mehreren Präsenten im Gepäck besuchte er am Vormittag in Walternienburg die Kinderdorffamilie des Albert-Schweitzer-Familienwerkes. Gemeinsam mit seiner Lebensgefährtin Janin Orantek und unterstützt von drei weiteren Erziehern sowie einer Hauswirtschaftskraft kümmert sich Hausvater Mario Klapproth dort derzeit liebevoll um ein Mädchen und sechs Jungen im Alter von zwei bis 17 Jahren.

"Ich habe gehört, dass Ihr Euch etwas Bestimmtes gewünscht habt", wandte sich Hövelmann an die Kinder, die ihn erwartungsvoll ansahen. Mit leuchtenden Augen nahmen sie das große Geschenk entgegen, das kurz darauf vom bunten Papier befreit und ausgepackt war. Sofort fingen die Jungen an, die hölzerne Kugelbahn aufzubauen. Unterdessen nahm das einzige Mädchen der Familie neugierig die einzelnen Präsentbeutel unter die Lupe, in der sich zahlreiche Leckereien versteckten. Glücklich beobachtete der Innenminister die friedliche Szenerie, bevor er nach einer Tasse Kaffee zum Zerbster Revierkommissariat aufbrach.

Dort begrüßte er Punkt 10.30 Uhr mit kleinen Präsenten die drei Polizeibeamten, die an Heiligabend Dienst hatten, sowie Kommissariatsleiter Elard Schmidt und den Revierleiter des Polizeireviers Anhalt-Bitterfeld, Gerald Kohl. Kaum saß die Runde beisammen, um bei einem Stückchen Kuchen etwas zu plaudern, war die Ruhe auch schon vorbei: Ein Unfall auf einem Parkplatz musste aufgenommen werden.

"Ist denn sonst alles ruhig?", hakte der Minister nach. "Wir hatten bisher einen weiteren Unfall auf einem Parkplatz, sonst ist es friedlich", fügte Gerald Kohl hinzu. Und Elard Schmidt ergänzte: "Bei uns ist eher Silvester problematisch, dort werden auch mehr Beamte im Einsatz sein."

"Es ist erstaunlich", sagt Hövelmann, "die Menschen haben große Angst vor Mord und Totschlag, aber diese Delikte sind rückgängig." Autofahren sei viel gefährlicher. Aber auch Betrugsdelikte über das Internet und per Telefon nehmen mehr und mehr zu. Und auch der immer größere und professionelle Anbau von Hanfpflanzen nimmt zu. Ein Beispiel dafür war der Fund in Jütrichau.

Anschließend schaute Holger Hövelmann beim Rettungsdienst des DRK in Oranienbaum vorbei, bevor er mit seiner Familie Heiligabend feiern konnte.

Bilder