Zerbst l Wenn der Weihnachtsmann nicht so gute Freunde hätte, würde vielleicht das Weihnachtsfest ins Wasser fallen. Denn Rauschebart ist furchtbar krank und kann beim besten Willen keine Geschenke austragen.

Das kriegt auch Kasper Naseweis mit und mobilisiert die Freunde des Weihnachtsmannes. Und so sind es Eddi, Rudi, das Rentier, und Penelope, die die Geschenke verteilen. Aber wird dieses Mal auch der Kasper bedacht, der sich doch so sehr Geschenke wünscht?

Drei Wochen Vorbereitungszeit mussten reichen

Das Ende der Geschichte bleibt an dieser Stelle verschwiegen. Schließlich werden die Kinderpfleger der Euro-Schule des Jahrgangs 2010, die sich dieses Märchen ausgedacht haben, dieses Stücke in den kommenden Tagen noch ein paar Mal spielen.

"Nachdem wir am Montag bei der Premiere wirklich gezittert haben, können wir mittlerweile schon richtig gut improvisieren", meint Petra Danisch, die Lehrerin der Klasse, die kurz KP 10 heißt.

13 junge Frauen haben in drei Wochen das Märchen, aber auch die Puppen und Kulissen gebastelt. "In allen Unterrichtsfächern haben wir auf das Stück hingearbeitet - in Deutsch, Pädagogik oder auch Psychologie", erzählt Danisch. Schließlich ist die Aufführung nicht nur Spaß an der Freude, sondern für die Schüler eine weitere Lektion auf dem Weg zum Kinderpfleger, der Vorstufe zum Erzieher.

Dabei teilen sich die jungen Frauen in zwei Gruppen ein. Jeweils eine Gruppe spielt, während die andere für das Drumherum zuständig ist. Denn: Mit dem eigentlichen Puppenspiel endet die Vorstellung noch nicht.

Seit Montag spielen die Schülerinnen täglich einmal das Stück vor Kita-Gruppen. Gestern fanden die Knirpse der "Zerbster Strolche" die Vorstellung richtig gut und machten fleißig mit.

Als Kasper einmal meinte, dass der Weihnachtsmann es ja gar nicht schaffen kann, alle Geschenke allein an die Kinder zu verteilen, meinte ein Mädchen voller Überzeugung: "Doch, das habe ich schon mit eigenen Augen gesehen."

Ein junger Mann, der sich bereits in der dreijährigen Ausbildung zum Erzieher befindet, filmte das Stück mit - für eine spätere DVD. Denn das Theaterstück zu Weihnachten ist stets Aufgabe der Abschlussklasse. Und die Klasse der Kinderpfleger des Jahrgangs 2011 hat bereits angekündigt, im nächsten Jahr auch so ein tolles Programm auf die Beine zu stellen.

Vielleicht ist dann auch die Hilfe der einen oder anderen ausgebildeten Kinderpflegerin gefragt, die die Ausbildung zur Erzieherin anschließt und damit in der Euro-Schule weiter vor Ort ist.

Lob von Erzieherin für kinderfreundliches Stück

"Und hier sind einige dabei, die Erzieher werden wollen", verkündet Petra Danisch nicht ohne Stolz. Mehr als die Hälfte der Schülerinnen der Klasse KP10 will Erzieherin werden. Umso besser fühlte sich das Lob einer Erzieherin der "Zerbster Strolche" für das kinderfreundliche Stück an: "Wenn ich Sie sehe, habe ich keine Angst um die Zukunft unserer Kinder". Zumal die Kinder den Schülerinnen nicht ganz fremd waren. Denn viele hatten bereits Praktika in den Einrichtungen der Kinder besucht, die nun ihr Publikum waren. "Das ist nur von Vorteil, wenn die Kinder sehen, was die Mädchen geschaffen haben", sagt Petra Danisch. Dann heißt es später auch im Kindergarten: "Spielst du uns was vor?"

In der kommenden Woche werden auch die Familien der Schüler in den Genuss einer Aufführung kommen. Dann könnte vielleicht nochmal ein bisschen Nervosität aufkommen - ein ganz kleines bisschen.