Zerbst l Die Stromversorgung Zerbst GmbH Co. KG lässt zum 1. Februar 2012 neue Tarifangebote wirksam werden. "Wir stellen uns dabei den aktuellen Trends der Nachfrage. Zunehmend interessant sind ökologisch erzeugter Strom und das Einsparen von Strom", erklärt Geschäftsführer Jürgen Konratt.

Die Stromversorgung betreibt das städtische Stromnetz. Es dient zum Strom-Transport zu eigenen wie Drittanbieter-Kunden. Laut jüngster vorliegender Geschäftsbilanz von 2008 liefert die Gesellschaft Strom an 52 Sonderkunden und über 9000 Tarifkunden.

Im Jahr 2010 flossen rund 113 Millionen Kilowattstunden Strom durch das Zerbster Netz, in diesem Jahr ist mit rund 120 Millionen kWh zu rechnen. Rund 26 Millionen Kilowattstunden gehen an Privathaushalte und kleine gewerbliche Sonderkunden. Der verbleibende Betrag wird an Großkunden geliefert. Der gestiegene Stromabsatz in Zerbst ist "konjunkturbedingt", sagt Konratt. Unter anderem die Inbetriebnahme des neuen Allfein-Tiefkühllagers habe einen beachtlichen Anteil.

Die Stromversorgung hat für 2012 Investitionen in Anlagen und Leitungen in Höhe von 268 000 Euro geplant. Mittelfristig nötig werde der Ersatz der 30-kV-Leitung vom Überland-Transformator im Ahornweg zu den beiden Haupt-Trafos des Netzes im Meinsdorfer Weg und Wächtergang.

Erstmals wird den eigenen Kunden ein "Öko-Tarif" angeboten. "Das ist echter zertifizierter grüner Strom", bekräftigt Konratt. Die Stromversorgung Zerbst hat hierzu einen Vertrag mit dem Ökostrom-Vertreiber "NaturWatt" geschlossen. "Wer Ökostrom beziehen möchte, muss einen separaten Vertrag mit uns abschließen. Es dauert sechs Wochen, bis der Ökostrom verfügbar wird", so Konratt. Hintergrund sind strenge Bestimmungen zur Ökostrom-Einspeisung. "Es muss sichergestellt sein, dass tatsächlich nur soviel Ökostrom ins Netz eingespeist wird wie abgenommen wird. Sonst besteht die Gefahr, dass herkömmlicher Strom lediglich umetikettiert wird."

Zweite Neuerung ist eine kleine Vergünstigung für Kunden, die Schrift- und Auskunftsverkehr online vornehmen. "Den Stromzähler ablesen, die Rechnung erhalten und abgleichen - wer das online macht, bekommt den Strom günstiger."

Dritte Neuerung ist die Einführung von Smart Metern als Stromzähler. Überregionale Stromanbieter haben diese Zähler bereits bei Neukunden eingebaut, die Stromversorgung Zerbst bislang nicht. "Der Smart Meter registriert den Stromverbrauch über die Zeit. So kann man beispielsweise nachkommen, wann welche Verbrauchsspitze bewirkt wurde. Und man kann den Stromverbrauch individuell steuern, um eine gleichmäßige Lastverteilung zu bewirken."

Diese zusammen mit dem Basistarif vorgelegten Tarife können nochmals versüßt werden. "Aktueller Trend ist das Stromsparen. Wir unterstützen das. Jeder Kunde, der 200 Kilowattstunden unter dem Vorjahresverbrauch liegt, bekommt zehn Euro erlassen und erhält zudem eine Eintrittskarte ins Freibad oder die Zerbster Schwimmhalle." Diese recht ungewöhnliche Kopplung ist der Stromversorgung möglich, weil sie Teil der Zerbster Stadtwerke ist. Diese betreiben die Zerbster Bäder.

Die für 2012 bereits vorgegebene Erhöhung der Umlage gemäß dem "Erneuerbare Energien-Gesetz" um 0,03 Cent pro Kilowattstunde werde nicht an die Kunden weitergegeben. Die Summe sei "marginal", so Konratt.