Weihnachten steht vor der Tür. In vielen Familien wird dann ausgiebig geschlemmt und genascht. Aber nicht immer sind die reichhaltigen Mahlzeiten bekömmlich. Diätassistentin Susann Willius hat Tipps wie man ohne Magengrummeln über die Feiertage kommt.

Zerbst l Eine Cremesuppe vorweg, ein Gänsebraten als Hauptgang, zum Schluss eine Mousse au Chocolat. Viele Festtagsmenüs warten mit fett- und kalorienhaltigen Menüfolgen auf. Oft folgt den kulinarischen Genüssen die Strafe auf dem Fuß. Dann beginnt es im Magen zu rumoren und die Feiertage werden durch Verdauungsbeschwerden verdorben. Vom ausschlagenden Zeiger auf der Körperwaage ganz zu schweigen. "Es ist schwierig an den Feiertagen alles richtig zu machen", meint Susann Willius, Diätassistentin im Krankenhaus Anhalt-Zerbst.

Wer im Laufe des Jahres nicht auf seine Ernährung achte, dem bringe es nichts, sich an den Feiertagen zurückzuhalten. "In unserer Kultur ist es ja so, dass an den Weihnachtstagen ausgiebig gegessen wird", meint sie. Dennoch könne man Magenbeschwerden vorbeugen, indem man einige Empfehlungen beachtet. Das fange schon bei der Vorsuppe an. "Eine klare dünne Suppe reicht schon aus, um den Magen vorab zu füllen." Dann würde das erste Hungergefühl vermindert und die Fleischportion beim Hauptgang falle kleiner aus. Wenn es dabei die Gänsekeule sein soll, könne beispielsweise bei der Soße gegengesteuert werden.

"Es gibt sogenannte Fettreduzierkannen", erläutert Willius. Bei diesen sei der Ausguss unten angebracht, sodass das obenauf befindliche Fett in der Kanne verbleibt. Mit dem Fett sollten nach Möglichkeit auch nicht die Gemüsebeilagen angereichert werden.

Der Nachtisch kann durchaus ein Obstsalat sein, der als Vorspeise ebenfalls bekömmlich sei. Dadurch würde die Verdauung ähnlich in Gang gebracht wie mit bitteren Salaten wie Chicorée, Radicchio. Als Naschwerk für zwischendurch empfiehlt Willius eher Obst und Nüsse als Schokolade aber fügt hinzu: "Natürlich gehört auch die Schokolade zu den Feiertagen und sie ist auch nicht verboten." Aber in weißer Schokolade sei beispielsweise kein Kakao vorhanden, der auch gute Eigenschaften habe, dafür aber im besonderen Maße das Fett. Willius hat noch einen einfachen Tipp parat: "Man sollte auf seinen Magen hören und essen, wenn man Hunger hat."

Häufig würde in den Familienrunden gesagt um 12 Uhr gibt es Mittagessen, um 15 Uhr wird Kaffee getrunken und um 18 Uhr wird zu Abend gegessen. "Die Mahlzeitenfrequenz ist sehr wichtig, generell kann man sagen, dass zwischen den Mahlzeiten etwa vier Stunden Zeit liegen sollten." Allerdings sollte auch dann nicht gegen das individuelle Sättigungsgefühl angegessen werden, nur weil ein Menü angesagt ist. "Ganz wichtig für die Verdauung ist, über die Feiertage nicht nur auf dem Sofa zu sitzen." Ein Spaziergang nach dem Essen habe bessere Wirkung als ein Verdauungsschnaps. Selbst wer mit den Kindern im Haus herumtobt, tue etwas für seinen günstigen Stoffwechsel. Aber Willius macht auch deutlich, "alle Hinweise sind nur Empfehlungen, an die man sich halten kann, niemandem soll damit die Freude an den Feiertagen und am Schlemmen verdorben werden."