Harzer, Kracher, Feuerwerksbatterien, Raketen - Silvester wirft seine Schatten voraus. Ab heute können nach Herzenslust Böller und Co. gekauft werden. Dennoch sind einige Regeln einzuhalten.

Zerbst l "Knaller sollten nur in die Hände derjenigen geraten, die damit ungehen können", betont Anke Strobel, Pressesprecherin des Polizeireviers Anhalt-Bitterfeld. Und diese Knaller sollten handelsübliche sein,

"So gefährdet man sich und seine Mitmenschen."

Anke Strobel, Pressesprecherin vom Polizeirevier Anhalt-Bitterfeld

die in Deutschland erlaubt sind. "Die berüchtigten Polenböller sind nicht erlaubt und zudem gefährlich." Die Verbrennungstemperatur beträgt bis zu 3500 Grad Celsius. "Deshalb unterliegen sie in ihrem Umgang gesetzlichen Beschränkungen", ergänzt Polizeioberkommissarin Susan Resetaritz von der Polizeidirektion Ost in Dessau-Roßlau.

Außerdem sollten die Feiernden auch auf ihren Alkoholpegel achten. Denn Böller sind schließlich kleine Sprengkörper, die verheerende Schäden anrichten können. "Darum ist es auch verboten, Knaller an Orten zu zünden, wo Personen oder Sachen gefährdet werden könnten. So gefährdet man sich und seine Mitmenschen", fügt Anke Strobel hinzu.

Der Gesetzgeber unterscheidet in pyrotechnische Gegenstände der Kategorie 1 und 2. Unter Stufe eins fallen Knallerbsen oder Wunderkerzen. Sie dürfen ohne Ausnahmegenehmigung ganzjährig verkauft werden. "Gegenstände der Kategorie 2 dagegen sind nur in der Zeit vom 29. bis 31. Dezember erhältlich", fügt Stadtsprecher Jan Hädrich hinzu. Gekauft und abgebrannt werden dürfen sie nur von Personen, die älter als 18 Jahre alt sind. Kinder, die jünger als zwölf Jahre sind, dürfen weder pyrotechnische Gegenstände der Kategorie 1 noch 2 abbrennen oder kaufen.

Im Ernstfall lassen wir alles stehen und liegen und rücken aus."

Zerbster Ortswehrleiter Steffen Schneider

Silvester bedeutet auch für die Kameraden der Feuerwehren den Spagat: Hoffen, dass es ruhig bleibt, und wenn nicht, ausrücken. "Wir sind allerdings nicht in Sonderbereitschaft oder haben einen Dienstplan", erklärt Steffen Schneider, Ortswehrleiter der Freiwilligen Feuerwehr Zerbst. Jeder Kamerad feiert Silvester und hofft, dass kein Alarm losgeht. "Im Ernstfall lassen wir alles stehen und liegen und rücken aus."

Dabei waren die Jahreswechsel in den vergangenen zwei Jahren eher ruhig. Was wohl auch am Wetter lag. Eine geschlossene Schneedecke oder Regen mindern das Brandrisiko und auch die Lust der Leute, länger als nötig draußen zu sein. "Aber wir hatten auch schon Nächte, in denen wir beispielsweise von Kleidercontainer zu Kleidercontainer unterwegs waren."