Fast drei Jahre, drei Ideen und eine Bronze-Statue später ist die Störchin Prinzesschen ein letztes Mal zu ihrem Zuhause, dem Storchenhof Loburg, zurückgekehrt. Ihr Denkmal steht nur wenige Meter von dem Horst entfernt, zu dem sie jedes Jahr nach Loburg zurückkehrte.

Loburg. Prinzesschen war nicht irgendeine Störchin. Prinzesschen war eine Ausnahmestörchin, die zwölf Jahre lang von Ornithologen wissenschaftlich auf ihren Zugwegen, bei der Partnerwahl und der Brutpflege begleitet wurde. Und: Zwölf Jahre lang kehrte sie immer wieder zu ihrem "Zuhause" – dem Storchenhof Loburg - zurück.

"Synonym für den Vogelzug, Tapferkeit und Heimatgefühl"

Dass viele Menschen in ganz Deutschland ihr Schicksal verfolgten, sich für die Faszination der Zugvögel begeistern können, zeigten die Auto-kennzeichen, die am Sonnabend, zur Einweihung des Prinzesschendenkmals, vor dem Storchenhof parkten. Aus ganz Deutschland, der Schweiz und sogar Kalifornien in den USA reisten Besucher an, um bei der Enthüllung dabei zu sein.

"Fast drei Jahre hat es von der Idee bis zum Denkmal gebraucht", erinnert sich Stefan Wildegans, der die Initiative "Freundeskreis für ein Prinzesschendenkmal" ins Leben rief. Über Bekannte stellte er schließlich den Kontakt zur Malerin und Modelleurin Heike Landherr her. "Künstlerische Vorgaben hatte ich keine", sagt Landherr. Allerdings stattete der Freundeskreis sie mit umfangreichem Informationsmaterial zu Prinzesschen aus. Zwei Entwürfe präsentierte sie schließlich dem Verein "Storchenhof Loburg" sowie den Mitgliedern des Freundeskreises.

Seit Sonnabend nun ziert eine Bronze-Skulptur die Wiese inmitten des Storchenhofes. Zu sehen ist Prinzesschen, von drei Streben getragen. An einer Strebe ist ihr Markierungsring befestigt. Die beiden übrigen Streben tragen Bronze-Stücke in Form von Europa und Afrika, auf denen ihr Zugweg eingearbeitet ist. Der Fuß der Skulptur, deren Teile alle einzeln gegossen wurden, zieren die Koordinaten von Loburg und der südafrikanischen Stadt Hoopstad, in der Prinzesschen am 23. Dezember 2006 verstarb.

"Prinzesschen erzählt so viel", bemerkt Storchenvater Dr. Michael Kaatz, als er die Details der Skulptur aufzählt. Er strahlt ebenso wie sein Vater Dr. Christoph Kaatz Stolz aus. Stolz, dass Prinzesschen und ihr Leben eine besondere Würdigung erfahren haben und, dass sie vielen Menschen genau so viel bedeutet, wie den Storchenvätern selbst.

Und auch Stefan Wildegans fand die passenden Worte. "Prinzesschen ist ein letztes Mal zurückgekehrt", formuliert er es. Er dankt allen Spendern und Unterstützern, aber auch den Kritikern, die stets Ansporn waren, das Leben der Zugvögel den Menschen begreifbar zu machen. Dies ist auch sprichwörtlich ein Ziel, das das Denkmal möglich machen soll.

Prinzesschen in Bronze soll das "gewaltige Phänomen Vogelzug" anschaubar und fühlbar machen. Wildegans sieht sie als ein Synonym für den Vogelzug, Tapferkeit und Heimatgefühl. "Prinzesschen flog während ihrer Zugreisen über Flüsse, Städte, Steppen und politische Grenzen hinweg", sagt Wildegans. Sie war frei. Und auch diese Freiheit, die Leichtigkeit, ist in der Skulptur zu finden.

"Die erste Idee ist ja immer die Beste"

"Ich hatte drei Ideen", sagt Heike Landherr. Das Denkmal, wie es nun zu sehen ist, war ihre erste Idee. "Und die ist ja immer die Beste", schmunzelt sie.

Eine Skulptur von einem Storch zu schaffen, war für Heike Landherr keine allzu ungewöhnliche Aufgabe. Die Kobergerin (Schleswig-Holstein) malt und modelliert stets Tiere in ihren Arbeiten.

Die Besucherin mit dem weitesten Anreiseweg war im Übrigen Su Anderson aus Kalifornien in den USA. Über das Internet knüpfte sie Kontakt mit Doris Triebe aus Herten in Nordrhein-Westfalen, ebenfalls begeisterter Storchen-Fan. 2009 besuchte Anderson den Storchenhof zum ersten Mal. Nun war sie mit Doris Triebe, die Mitglied im Förderverein des Storchenhofes ist, bei der Einweihung mit dabei.

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