Sudenburg l Die Straßenbahnenthusiasten der Interessengemeinschaft Historischer Nahverkehr Straßenbahnen bei den Magdeburger Verkehrsbetrieben, kurz IGNah, lassen sich von den Auswirkungen des Hochwassers nicht bremsen und verlegen die Herrenkrugbahn kurzerhand in die Innenstadt: Am Sonnabend startet der Sudenburger Verein gemeinsam mit Heimatforscherin Nadja Gröschner eine Zeitreise zu den Anfängen der sogenannten Elektrischen.

Mit einem historischen Straßenbahnzug startet der Ausflug an der Hartstraße neben dem Rathaus, so Ralf Kozica von der IGNah. "Erst die Idee des Erfinders und Industriellen Werner von Siemens, elektrischen Strom als Antriebsenergie zu nutzen, förderte ihren Siegeszug", sagt er über die elektrische Straßenbahn, die erstmals 1881 in Deutschland rollte. Die "Magdeburger Straßen-Eisenbahn-Gesellschaft" plante seit 1886 die Einführung eines elektrischen Betriebs. "Am 17. Juli 1899 war der Jubel anlässlich der Einweihungsfahrt der elektrischen Straßenbahn riesig", so Kozica. Probe- und Einweisungsfahrten erfolgten auf der Strecke vom Depot Wilhelmstadt zum Westfriedhof, die Einweihung verlief vom Johanniskirchhof zum Großen Werder, zurück durch die Altstadt über das Ulrichstor zur Olvenstedter Straße, zurück zum Ulrichstor und über die Große Diesdorfer Straße zum Westfriedhof, danach zurück zum Depot Wilhelmstadt.

Während der Fahrt wird Nadja Gröschner "Plaudereien zur Geschichte der ¿Elektrischen\' und des Stadtviertels rund um das Straßenbahndepot an der Halberstädter Straße" präsentieren.

Außerdem soll an der hölzernen Gartenlaube des Depotvorstehers ein Stopp eingelegt werden.

Tickets für die Zeitreise sind in der Feuerwache, Halberstädter Straße 140, unter Telefon 60 28 09 erhältlich. Mögliche Restkarten können vor den Abfahrten um 14 und 16 Uhr am Zug erworben werden.