Magdeburg l Die Telekom greift tief in die Investitions-Kasse und schließt rund 13000 Haushalte ans "schnelle Internet" an. Die Bauarbeiten haben bereits begonnen.

Die "weißen Flecken" werden in Magdeburg mit den neuen Plänen der Telekom deutlich weniger. Wirtschaftsbeigeordneter Rainer Nitsche spricht sogar von einem "Löwenanteil", der beseitigt wird. "Weiße Flecke" sind in Sachen Internet die Stadtteile, in denen kein "schnelles Internet" im Netzangebot ist. Für "Otto-normal-Internetnutzer" ist das ärgerlich, für Unternehmen, die auf einen schnellen Zugang zum World Wide Web (www) angewiesen sind, unakzeptabel. Seit mehreren Jahren bemüht sich die Stadt, diese "weißen Flecken" zu beseitigen, sogar "Runde Tische" gab es dazu. Das Problem: Investitionen in moderne Kabelnetze lohnen sich für die Anbieter nur, wenn am Ende auch möglichst viele Haushalte das Angebot nutzen und entsprechende Verträge abschließen. Dass das im Süden der Stadt entlang der Halberstädter Chaussee passieren wird, darüber herrscht bei der Telekom Zuversicht.

Wie sehen die neuen Pläne aus: Im Dreieck von Leipziger Straße und Sudenburger Wuhne Richtung Süden entlang der Halberstädter Chaussee hat der Netzanbieter in diesen Tagen mit der Installation von Glasfaser-Kabeln begonnen (siehe Karte). Sie sind die Voraussetzung für ein schnelles Internet (Höchstgeschwindigkeit bis 200 Megabit pro Sekunde). Ebenfalls neue Glasfaserkabel bekommen die gesamten Stadtteile Ottersleben und Hopfengarten. Insgesamt sollen damit 13.000 Haushalte mit schnellem Internet versorgt werden können. "Der Glasfaser-Ausbau erfolgt allein auf Kosten der Telekom, die Stadt Magdeburg oder die Bürger müssen nichts zahlen, um ihre Haushalte anschließen zu lassen", so Telekom-Pressesprecher Georg von Wagner.

Besonders für den Bereich Halberstädter Straße sei die Modernisierung ein wichtiger Schritt, so Wirtschaftsbeigerodneter Nitsche. "Dort gibt es viele kleinere Unternehmen, vor allem der Kreativwirtschaft." Nitsche begrüßt das Engagement der Telekom ausdrücklich. Damit komme das Unternehmen als größter Netzanbieter in Deutschland seiner Verantwortung auch für Magdeburg nach. Und auch die jahrelangen Aktivitäten der Stadt, mit denen die Telekom motiviert und für einen Netzausbau gewonnen werden sollte, hätten sich jetzt ausgezahlt.

Allerdings: Einige "weiße Flecken" gibt es in Magdeburg immer noch. So müssen in Texas die Internet-Nutzer noch einen langen Geduldsfaden haben; in Nordwest sind 200 Megabit pro Sekunde noch Zukunftsmusik.