Magdeburg l Nachdem der Stadtrat den Weg für den Bebauungsplan freigemacht hat, laufen bei den beteiligten Unternehmen die Arbeiten auf Hochtouren. Beteiligt sind die kommunale Wobau sowie die Magdeburger Wohnungsgenossenschaft MWG und die Wohnungsgenossenschaft Otto von Guericke. Außerdem sitzen die Städtischen Werke Magdeburg (SWM) mit im Boot, die über ein Trafogebäude in der Leibnizstraße verfügen. Für die Wohnungsbauunternehmen ist neben einer Baumlinie näher am Breiten Weg auch die Schaffung von Gewerbebereichen unter den Wohnungen Pflicht.

Den größten Brocken am neuen Domviertel hat die kommunale Wobau: Häuser an der Stelle des einstigen Blocks Breiter Weg 257 bis 260 gegenüber dem Friedensplatz, eine Neubebauung von Flächen an der Keplerstraße und an der Danzstraße, dort auch die Sanierung eines Altbaus sowie des Eckhauses Danzstraße/Hegelstraße. Der Wobau-Geschäftsführer Heinrich Sonsalla sagt: "Insgesamt ist es für die Wobau wichtig, dass es gelingen kann, die historischen Straßenverläufe der Haeckelstraße in Ost-West-Richtung und als Highlight die Öffnung der Leibnizstraße in Richtung Dom umzusetzen."

Im Auftrag der Wobau werden die Bauarbeiter als Erstes auf der Ostseite der Danzstraße anrücken. Wobau-Prokurist Peter Lackner erläutert: "An dieser Stelle dürfte die Genehmigung am schnellsten voranschreiten." Auf der Ecke an der künftig zur Danzstraße hin geöffneten Leibnizstraße soll zunächst der Neubau gebaut werden. Die Arbeiten hier könnten noch 2016 beginnen. Im Anschluss können der benachbarte Altbau aus der Gründerzeit und der sich daran anschließende Plattenbau an der Ecke Danzstraße/Hegelstraße saniert werden.

Drei Elemente im Ensemble
Als Nächstes - so die Annahme in der Wobau-Chefetage - ist der Bereich zwischen Kepler- und Haeckelstraße an der Reihe. "Das Ensemble soll aus drei Elementen bestehen", sagt Peter Lackner. Auf der Ecke soll im Erdgeschoss ein barrierefreier Nahversorger mit rund 2000 Quadratmetern Fläche angesiedelt werden. Für diesen sieht die Wobau nicht allein mit Blick auf die eigenen Mieter in dem Bereich bis hinunter in den Elbbahnhof einen großen Bedarf als Ergänzung zu den bestehenden kleineren Nahversorgern in diesem Gebiet. Über dem Supermarkt befindet sich ein Parkhaus. Insgesamt sollen in dem Ensemble 433 Stellflächen untergebracht werden.

Entlang des Breiten Weges folgt dann im Erdgeschoss ein Drogeriemarkt und ein kleineres Gewerbe. Über den Gewerbeeinheiten ist eine Parketage und fünf Wohnetagen angeordnet. Da hinter dem Gebäude bis auf eine Zufahrt zum Nahversorger und zu den Altbauten an der Leibnizstraße kein Autoverkehr stattfinden soll, bestimmt das Grün auf der Rückseite das Bild. Im Hof sollen Abstellplätze für Fahrräder geschaffen werden, im Haus weitere Räume für Fahrräder und für E-Bikes. Peter Lackner: "Wir wollen mit diesem Konzept den künftigen Entwicklungen Rechnung tragen." An der Haeckelstraße dann entsteht ein höheres Gebäude als Eckbetonung, das mit dem gegenüberliegenden Neubau der MWG als Marke im Stadtbild korrespondiert.

Ein Parkhaus für alle
Zwischen Leibnizstraße bis zur Neubebauung der Guericke-Genossenschaft am Breiten Weg dürften die Bauvorbereitungen am längsten dauern. Durch die Öffnung der Leibnizstraße und den Entfall des Wendehammers muss eine Neuordnung der Grundstücke erfolgen. "Neben der Baufeldfreimachung muss ja beispielsweise an einer Stelle auch noch eine archäologische Untersuchung stattfinden", berichtet der Wobau-Prokurist. Zudem ist für die Schaffung von Wohnraum hier der Bau des Parkhauses in der Leibnizstraße erforderlich.

Die drei Wohnungsbauunternehmen haben sich darauf geeinigt, dass dieser Bau von der MWG errichtet wird und von allen drei Bauherren mitgenutzt wird. Thomas Fischbeck, Vorstand der Genossenschaft, erläutert: "Auch an dieser Stelle soll auf jeden Fall eine anspruchsvolle Bebauung entstehen."

In ihrer Mitgliederzeitschrift und in der Volksstimme hatten sich die MWG-Genossenschafter als Erste mit einer Visualisierung der Fassade ihres Projektes am Breiten Weg an die Öffentlichkeit gewagt. Ausdrücklich waren seinerzeit die MWG-Mitglieder aufgerufen, ihre Meinung zum Vorhaben zu äußern. Thomas Fischbeck: "Wir hatten auch einige Hinweise und haben sie in einen überarbeiteten Entwurf einfließen lassen." Im Vergleich zum ersten Plan sind hier ein wenig mehr die klassischen Formen früherer Bebauung aufgenommen. Klar erkennbar bleibt aber die moderne Sprache der Bebauung. Zudem wurde die Reihenfolge der Fassaden verändert. Auch ohne dass jemals geworben wurde oder schon Zuschnitte bekannt sind, konnte die MWG bereits alle ihre Wohnungen vermieten.

Die Wohnungsgenossenschaft Otto von Guericke überarbeitet derzeit ihre Pläne.

 

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