Der Spielplatzstreit vom Werder endete auf einer Bürgerversammlung am Mittwoch mit einem Kompromiss. Stadt und Anwohner einigten sich darauf, dass der Spielplatz des ehemaligen Kinder- und Jugendhauses (KJH) saniert wird. Der Wunsch der Interessengemeinschaft (IG) "Elbinsel Werder" indes bleibt unerfüllt: Der Spielplatz direkt an der Mittelstraße soll verkauft werden.

Werder. Die Diskussion am Mittwoch im Rathaus zur verzwickten Spielplatzfrage auf dem Werder war lang, emotional und zuweilen heftig. Am Ende waren zwar nicht alle mit dem Kompromiss zufrieden, aber eine deutliche Mehrheit. Man einigte sich darauf, dass der Spielplatz des ehemaligen KJH erhalten und saniert wird. Im Gegenzug soll die Spielfläche direkt an der Mittelstraße abgebaut und der vordere Grundstücksteil verkauft werden.

Die Bürgerinitiative Werder zeigte sich mit dem Kompromiss zufrieden. Nicht unglücklich sah auch Finanzbeigeordneter Klaus Zimmermann aus. Und für Simone Andruscheck, Leiterin des Eigenbetriebs Stadtgarten und Friedhöfe (SFM), ist diese Lösung eine Art Königsweg. Der zwischen Verwaltung und Bürgern ausgehandelte Kompromiss wird nun in den zuständigen Ratsausschüssen diskutiert. Das letzte Wort hat der Stadtrat im Dezember.

Einzig unzufrieden die IG "Elbinsel Werder". Deren Sprecherin Christine Meier bezeichnet den Kompromiss als "katastrophal": "Lohnt sich überhaupt bürgerliches Engagement in dieser Stadt? Mithilfe von Anwohner, Studenten und finanziellen Mitteln aus dem Fonds der Gemeinwesenarbeit wurde der Spielplatz immerhin errichtet." Anstelle des Verkaufs der Spielfläche schlägt sie vor, die Freifläche in der Lingnerstraße neben der Kegelbahn zu veräußern. Doch beide Kompromissvorschläge, die Klaus Zimmermann im Vorfeld angeboten hatte, sahen den Verkauf der Spielfläche direkt an der Mittelstraße vor. In Variante 1 sollte der KJH-Spielplatz erhalten werden, Variante 2 sah auch den Verkauf des KJH mit Spielplatz vor - inklusive der Verlegung der Spielfläche von der Mittelstraße in den hinteren Teil des Viktoriaparks. Vorschlag 2 sorgte unter den Anwesenden für heftige Diskussionen. Claudia Wesoly von der Bürgerinitiative: "Dies entspricht nicht unseren Vorstellungen, mit denen wir im Vorfeld an Herrn Zimmermann und Herrn Trümper herangetreten waren. "

Am Ende befürwortete die Mehrheit der Anwesenden Variante 1. Auf Nachfrage, wann der KJH-Spielplatz saniert wird, vertröstete Zimmermann die Anwohner: "Vor 2013 wird das nichts. Zunächst haben andere Spielplatzprojekte Vorrang."

Zwar will die Stadt den derzeit einzigen Spielplatz auf dem Werder (Mittelstraße) bereits Anfang 2012 verkaufen, doch Zimmermann versichterte nach heftigen Protestrufen: "Der Käufer muss akzeptieren, dass der Spielplatz bis zur abgeschlossenen Sanierung im KJH erhalten werden muss."

Stadtrat Oliver Müller (Linke) wollte wissen, ob der KJH-Spielplatz auch unabhängig vom Verkauf des Mittelstraße-Spielplatzes saniert wird. Zimmermanns Antwort: "Wir werden es in Erwägung ziehen, den Verkaufserlös für die Spielplatzsanierung zu verwenden."