Das Magdeburger Stadtrecht braucht ein Denkmal - in Magdeburg. Das will sich ein neuer Verein zum Ziel setzen, der heute im Alten Rathaus ins Leben gerufen werden soll. Treffpunkt ist im Hansesaal.

Magdeburg l Für Thomas Veil ist das ein Unding: Im fernen Kiew gibt es ein Denkmal, das an das Magdeburger Stadtrecht erinnert, nur in Magdeburg selbst gibt es keines. "Dieses Stadtrecht hat ab dem 12. Jahrhundert Nordeuropa mit geprägt", sagt Veil. Das müsse in der Stadt des Ursprungs sichtbar gemacht werden.

Also ein Denkmal. Dafür wollen Thomas Veill und seine Mitstreiter heute einen Förderverein gründen. "Verein Denkmal Magdeburger Stadtrecht" soll er heißen, und wer dabei sein will, sollte heute um 18 Uhr in den Hansesaal des Alten Rathauses kommen. Dort findet die Gründungsveranstaltung statt. Die erforderlichen sieben Gründungsmitglieder konnte Veill bereits als "harten Kern" des Projekts gewinnen. Das sei während einer Informationsveranstaltung im vergangenen Mai passiert, berichtet Veil. Dort habe er ein großes Interesse für ein Stadtrecht-Denkmal feststellen können, was ihn darin bestärkt habe, das Projekt richtig in Angriff zu nehmen.

Das Denkmal soll, so die ersten Pläne, möglicherweise von Künstlern während eines Wettbewerbs entworfen werden. Wichtig dabei ist für Veil, dass es auf jeden Fall einen Platz in der Innenstadt findet. "Man könnte dafür einen ausgesprochen historischen Standort wählen, der auch zum Magdeburger Stadtrecht passt, oder aber einen städtebaulich interessanten Platz", formuliert Veil erste Überlegungen.

Um das Denkmal bauen lassen zu können, bedarf es natürlich einer soliden finanziellen Grundlage. Diese will der Verein mit Benefiz- und Informationsveranstaltungen und durch Spenden und Sponsoren schaffen. "Wir haben und werden dazu möglichst viele Magdeburger Unternehmen ansprechen, die sich mit der Sache identifizieren und das Projekt unterstützen könnten", sagt Thomas Veil.

Das Denkmal soll aber nicht nur ein Selbstzweck werden. Schon auf dem Weg dorthin wolle man auf die Bedeutung des Magdeburger Stadtrechts verstärkt aufmerksam machen und es in den Fokus der Öffentlichkeit rücken. Das Magdeburger Stadtrecht, dessen Ursprünge bis ins 12. Jahrhundert zurückgehen und das zweifellos zu den großen mittelalterlichen geistigen Leistungen von Magdeburg gehöre und die Stadt durch die bis ins siebzehnte Jahrhundert reichenden gutachterlichen Stellungnahmen des Magdeburger Schöffenstuhles zu einer Rechtsmetropole europäischen Ranges erhoben habe, sei hier nirgends sichtbar präsent. In den mehr als tausend Städten Mittel- und Osteuropas, in denen es teilweise bis ins neunzehnte Jahrhundert gegolten habe, sei es weitaus bekannter als in der Stadt seines Ursprungs. Zusammen mit den anderen Gruppen, die sich dieses Themas angenommen hätten, wolle man das ändern.