Verblüffend viele originelle Weihnachts- und Neujahrsgrüße landen derzeit auf den Tischen der Redaktionen von Volksstimme und City-PRESS. Hier eine Auswahl.

Magdeburg l "Manchmal muss man ein bisschen spinnen, um etwas Großartiges entstehen zu lassen", meint das Puppentheater und schickt in seinen Weihnachtskarten gleich ein bisschen Stroh mit. Nur für den Fall, dass die Empfänger "auf die Rumpelstilzchen-Idee" kommen, erklären Intendant Michael Kempchen und Wolf-Dieter Schwab, Vorsitzender des Fördervereins, ihre Weihnachtspost.

Ganz ohne Erklärung kommt der Neujahrsgruß der Hengstmänner daher. Entweder man ist Fan oder man versteht\'s nicht. Wir haben nachgefragt: Die Zeichnung aus der Feder von Claudia Hengstmann, Gattin von Sebastian, zeigt in biblischer Pose Manni (Frank Hengstmann) als Josef, Sebastian Hengstmann als (Malte)Maria und Tobias Hengstmann (Künstlername "Matze Fest") als Jesuskind. Oh Gott, wer hätte das ohne Nachhilfe aus dem Hause "nach Hengstmanns" herausgefunden?

Doch nicht nur Puppen- und Hengstmänner haben die Köpfe auf der Suche nach kreativen Gruß-Ideen rauchen lassen. In unseren Briefkästen landeten originelle Karten zum Schmunzeln - viel zu schade, um sie nach Weihnachten oder Silvester achtlos in den, na Sie wissen schon, zu schmeißen.

Das Sozialministerium beispielsweise lässt zu Weihnachten den Osterhasen sprechen. "Wenn keine guten Löhne gezahlt werden, büxt eben die Fachkraft Weihnachtsmann aus", heißt es aus dem Ministerium. "Und damit haben wir ja auch noch Glück, denn der Osterhase bringt ja wenigstens noch Geschenke", sagt Pressesprecher Holger Paech auf Nachfrage und setzt noch einen drauf: "Krass wäre doch, wenn wir eine (diebische) Elster geschickt hätten."

Die "Zwickmühle" hat nicht so viel mit Papier am Hut und verschickt ihre Jahreswechsel-Wünsche digital. Im E-Mail-Postfach landete eine bildhafte Tafel mit drei Münzen, auf denen die Zwickmüller frech in die Weltgeschichte schauen. "Gibt\'s auch noch 2012. Versprochen", steht unter den Goldstückchen. "Politisches Kabarett hat ohne Zweifel seinen Wert. In diesem Sinne bleiben wir auch 2012 wertbeständig."

Bündnis 90/Die Grünen wünschen mit einer gemalten Schneelandschaft alles Gute für die nächste Zeit. Der Schneemann trägt einen grünen Schal mit Sonnenblume. Aber sonst hüllt sich die Grünen-Karte ganz in Weiß. Die Häuser sind mit Schnee bedeckt. Mal ehrlich: Wie soll eigentlich die Solar-Energie bei diesen verschneiten Dächern eingefangen werden? Die Sonne kommt da jedenfalls nicht durch. Und ist nicht 2012 Aktuelles von heute schon Schnee von gestern?

Wer lässt sich sonst noch in die Karten gucken? Der 1. FC Magdeburg zeigt ein Bild seiner Fankurve und daneben sein Logo mit Weihnachtsmütze. Dem Empfänger wünscht man "für das neue Jahr Erfolg". Zum Glück steht nicht drauf ... "so wie 2011" ...

Viele Grußkarten-Schreiber lassen Kinderaugen sprechen, die Landes-SPD lässt Skispringer fliegen, die Gruson-Gewächshäuser zeigen Fotos, wie unter Glas Kultur wächst und Radio SAW legte mancher Grußkarte eine Anti-Rutschmatte bei, "damit nichts verrutscht". Und die Staatskanzlei? Die verschickt ein Foto vom verschneiten Wörlitzer Venustempel. Anzeichen einer Eiszeit? Oder sollten wir es lieber so deuten? "Guten Rutsch!"

   

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