Schierke. Braunlage im niedersächsischen Harz hat seinen Widerstand gegen Schierker Seilbahnpläne aufgegeben. Damit können beide Skigebiete miteinander verbunden werden. Allerdings ist das Projekt noch eine Studie. Und: Die Verantwortlichen in Wernigerode haben noch keine Seilbahninvestoren gefunden.

Von zwei Harzer Tälern hinauf zum Skifahren auf Pisten am Wurmberg und an den Winterbergen. Dieses Erlebnis soll nun doch möglich werden; die Widerstände aus dem niedersächsischen Braunlage gegen diese "Skischaukel" sind überwunden.

Braunlages Bürgermeister Stefan Grote (SPD) und die Wurmberg-Seilbahngesellschaft haben nunmehr zugesichert, dass auch sie die neuen Schierker Planungen "langfristig unterstützen". Noch im vergangenen Oktober hatte Grote am Brockenstammtisch erklärt, "eine dritte Seilbahn auf den Berg rechnet sich nicht". Die Braunlager wollten vielmehr zur bestehenden Wurmbergseilbahn einen Lift hinauf zu ihren Skihängen errichten - die Bergstation der Schierker Seilbahn auf ihrem Wurmberg lehnten sie kategorisch ab.

Fünf Abfahrten am Brocken geplant

Rund zehn Millionen Euro investieren die Niedersachsen auf ihrem höchsten Harzberg in neue, breitere und beleuchtete Pisten und einen Großparkplatz samt Sessellift am "Kaffeehorst". Im kommenden Winter soll alles fertig sein

Soweit ist die Harzer Konkurrenz aus dem benachbarten Schierke noch lange nicht. Offiziell wollen die Wernigeröder Verantwortlichen um Oberbürgermeister Peter Gaffert (parteilos) bis zum Jahr 2018 in ihrem Ortsteil am Brocken einen "Ganzjahreserlebnisbereich" am Winter- und Wurmberg errichtet haben. Geplant sind unter anderem fünf Abfahrten auf insgesamt 40Hektar Fläche mit jeweils einem Kilometer Länge; ein Kinder-Übungshang und Einstiege in das bereits vorhandene Skilanglauf-Loipennetz. Auch zwei Seilbahnen gehören dazu. Die Bahn, die vom künftigen Schierker Parkhaus an den Fuß des Nationalparks, an den Großen Winterberg führen wird, soll die Urlauber auch außerhalb der Schneesaison zu touristischen Angeboten bringen.

Harzer Projekt hat massive Eingriffe in die Natur zur Folge

An der Spitze der Planer in Schierke steht Helmut Müller. Er ist Chef eines österreichischen Projektentwicklers. In seinem Konzept stehen dabei Naturerlebnisse ganz oben an, auch deshalb sucht er die Kooperation mit der Verwaltung des Harzer Nationalparks. Er plant einen mächtigen See samt Spiel- und Erholungsangeboten. Der See soll zugleich ein 70000Kubikmeter großes Wasserreservoir für die Schneekanonen sein.

Wie steht es um den Naturschutz? Umweltplaner Frank Armbruster vom Büro WWL aus Bad Krozingen im Schwarzwald erklärt, grundsätzlich seien das Anlegen der Skipisten und der Betrieb von Schneekanonen möglich. Er schränkt ein, noch seien die aufwändigen mehrmonatigen Untersuchungen nicht abgeschlossen. Armbruster sagt offen und ehrlich auch, das Projekt habe massive Eingriffe in die Natur zur Folge. Er zeigt sich jedoch zuversichtlich, dass Ausgleichsmöglichkeiten bestünden.

Auf die Frage, wann die erste Gondel zum Großen Winterberg fahre, weiß Peter Gaffert noch keine Antwort. "Bis dahin vergehen mindestens noch ein, zwei Winter", so der Wernigeröder Rathauschef. Zuvor müsse beispielsweise auch ein Investor für die Seilbahn gefunden werden. Vielleicht wurde deshalb der Projektentwickler "input" ausgewählt? Diese Gesellschaft gehört der österreichischen Firma Doppelmayr, dem Weltmarktführer bei Seilbahnen.

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