Magdeburg (jh) l Mit Streitschlichtung und Mediation beschäftigen sich heute Experten aus Sachsen-Anhalt in Berlin. "Bei den Mediationen dominieren zwei Hauptthemen", sagt Jens Alicke, Vorsitzender des Mediatorenverbandes Sachsen-Anhalt. "Einerseits ist es die Familienmediation, die häufig Streitigkeiten nach Trennungen betrifft. Andererseits dreht sich die Streitschlichtung oft um wirtschaftliche Auseinandersetzungen, zum Beispiel zwischen Arbeitgebern und Angestellten." 44 Streitschlichter sind momentan im Landesverband organisiert, laut Alicke seien sie im vergangenen Jahr in rund 800 Fällen hinzugezogen worden. Über 80 Prozent der Konflikte können laut Landesverbandsvorsitzenden durch die Streitschlichtung gelöst werden.

Auch das Justizministerium Sachsen-Anhalt hat gute Erfahrungen mit der Mediation. "Ausgebildete Mediatoren sind in der Lage, die eigentlichen Konfliktpunkte zu erkennen, anzusprechen und gemeinsam mit den Streitenden nach einer für beide Seiten akzeptablen Lösung zu suchen. Beide Parteien sollen sich am Ende eines Konflikts weiter in die Augen sehen können", weiß Justizministerin Angela Kolb (SPD).

55 Richter haben in Sachsen-Anhalt bisher eine Spezialausbildung absolviert. Zwischen 2006 und 2012 gab es laut Landesjustizministerium 5488 Verfahren der richterlichen Mediation.

In Berlin soll heute auch eine kürzlich verabschiedete EU-Richtlinie unter die Lupe genommen werden, die laut Bundesjustizministerin Sabine Leutheusser-Schnarrenberger (FDP) neue Spielräume in der Umsetzung alternativer Streitschlichtung eröffnet.

Bevor Streitigkeiten in langwierigen Gerichtsprozessen münden, werden heute immer öfter Streitschlichter, sogenannte Mediatoren, eingesetzt. Sie vermitteln zwischen den Konfliktparteien und lösen Probleme - ob im Rosenkrieg, im Nachbarschaftsstreit, bei Ärger mit Behörden oder dem Arbeitgeber. Nicht nur Gerichte werden dadurch entlastet. Für die Mediation geben Rechtsversicherer in der Regel um ein Vielfaches weniger Geld aus als für eine Verhandlung.