Zabakuck l Sein Handy will partout keine Ruhe geben, wenn Olaf Münchow durch die kleine Zeltstadt im Zabakucker Touristenzentrum (Jerichower Land) schreitet. Der 53-Jährige ist als Organisator des Jubiläumstreffens der Trassenbauer ein gefragter Mann. Vor 30 Jahren erfolgte in der Ukraine der Baubeginn am Jugendobjekt "Erdgastrasse". Sie sollte russisches Erdgas in die DDR bringen und funktioniert heute noch.

Die Freude, dass zum Wochenende über 300 Trassenbauer zum Treffen angereist sind, steht dem Magdeburger, der zum vierten Mal eine solche Veranstaltung in Zabakuck organisiert, im Gesicht geschrieben. Als besonderes Zugpferd hatte er diesmal gemeinsam mit einem Geschäftspartner die Gruppe City in das Touristenzentrum gelockt. Die Altrocker hatten auch an der Trasse gespielt.

Die Männer um Olaf Münchow verbinden das Treffen mit vielen Erinnerungen an einen gemeinsamen Lebensabschnitt, der zusammenschweißt. Für die meisten der 25 000 DDR-Trassenbauer waren die Jahre im "Wilden Osten" ein Weg, aus der Enge der DDR herauszukommen. Und: Für harte Arbeit wurde unter schwierigsten Bedingungen viel Geld verdient.

Für Münchow, der sechseinhalb Jahre in der Ukraine und im Moskauer Bauabschnitt eingesetzt war, ist diese Zeit trotzdem die "schönste seines Lebens". "Die Trasse ist ein Virus, der infiziert hat. Wir leben die Trasse immer noch", sagt er. Möglichkeiten, sich die politischen Hintergründe des gigantischen Pipelinebaus zu erschließen, hätten sich erst viel später ergeben, sagt der ehemalige Trassenbauer.

Seit einem Jahr hat Münchow, der in Magdeburg selbständig tätig ist, das Treffen vorbereitet. Mehr als 600 E-Mail-Adressen von ehemaligen Trassenbauern hat er in Erfahrung gebracht. Ehemalige Mitstreiter reisen aus den USA und der Karibik an. Ein Leipziger, der jetzt in Baden-Württemberg lebt, kam 500 Kilometer auf dem Fahrrad nach Zabakuck.