Spektakuläre Evakuierungen im Land


  • Oktober 2011: Für die Entschärfung einer Fünf-Zentner-Bombe in Halle müssen rund 20.000 Menschen in Sicherheit gebracht werden.

  • September 2011: Eine Fünf-Zentner-Bombe wird in Magdeburg-Rothensee nahe der Autobahn 2 unschädlich gemacht.

  • April 2011: Teile einer Panzerfaust und eine 250-Kilo-Bombe werden in Kellerberge bei Gardelegen entschärft.

  • November 2010: In Magdeburg-Rothensee entdecken Arbeiter eine Fünf-Zentner-Bombe. Rund 500 Menschen sind von der Evakuierung betroffen.

  • November 2010: In Dessau-Roßlau wird eine 500-Kilo-Fliegerbombe entdeckt. 1000 Menschen müssen ihre Häuser verlassen.

Magdeburg l Während sich das Leben in der Landeshauptstadt am Freitag normalisiert hat, geht die Suche nach Blindgängern im Stadtzentrum im Vorfeld der Baumaßnahmen zum neuen Tunnel am Hauptbahnhof weiter. Torsten Kresse, Leiter des Kampfmittelbeseitigungsdienstes: "Es kann jederzeit wieder eine Bombe gefunden werden."

Allein im vergangenen Jahr mussten die Entschärfer in Sachsen-Anhalt mehr als 100 kleine und große Bomben entschärfen. 13 hatten eine Spengkraft ab einem Zentner. Der in Magdeburg entschärfte Blindgänger war eine Fünf-Zentner-Bombe und gehörte zur etwas größeren Kategorie.

Wie viel Last des tödlichen Erbes der Vergangenheit noch im Erdreich schlummert, darüber gibt es nach Meinung der Experten keine Zahlen. Nur Schätzungen: 15 Prozent der im Zweiten Weltkrieg abgeworfenen Munition waren Blindgänger. Und laut Alliierten-Archiv hagelte es auf Magdeburg als Standort der Rüstungsindustrie rund 10.000 Tonnen Abwurfmunition. Die Stadt erlebte 28 größere Luftangriffe vom August 1940 bis April 1945. Torsten Kresse: "Wir rechnen noch über Jahrzehnte mit Munitionsfunden im gesamten Land."

Keine Plünderungen und Verletzte

Für Magdeburg war es eine der größten Evakuierungen seit dem Zweiten Weltkrieg. Sie verlief ohne Zwischenfälle. Es gab nach Aussage der Einsatzleitung weder Verletzte noch Plünderungen. Polizei und Stadtverwaltung legten gestern eine erste Auswertung vor. Die Zahl der evakuierten Menschen wurde von 17.000 auf 12.500 nach unten korrigiert. 550 Polizisten sicherten die Räumung von Teilen der Innenstadt ab.

"Es waren keinerlei Zwangsmaßnahmen notwendig", sagte Holger Herrmann, Einsatzleiter der Polizei. Man habe aber auch keine Wohnungen aufgebrochen, um nachzusehen, ob noch jemand zu Hause ist. Das sei eine Frage der Verhältnismäßigkeit der Mittel. Der eingesetzte Polizeihubschrauber sollte zudem Plünderungen vorbeugen. Es seien bisher keine Straftaten während der Sperrung bekannt geworden.

Reibungslos habe auch die Umverlegung von 420 Patienten aus der Universitätsfrauenklinik und drei Altenpflegeheimen geklappt sowie die Unterbringung weiterer 120 pflegebedürftiger Personen in Notunterkünften. Dafür waren allein rund 110 Kräfte im Einsatz.

   

Evakuierung im Sperrgebiet

Magdeburg | Seit 16 Uhr leerte sich die Magdeburger Innenstadt deutlich. Der Bereich um Damaschkeplatz und Leiterstraße liegt im 800-Meter-Radius der Bombenfundstelle.

Polizei bereitet Bombenentschärfung vor

Magdeburg (ri). Die Polizei hat unweit des Magdeburger Hauptbahnhofs das Gelände um den Bombenfund abgesperrt. Am Donnerstag soll die Fünf-Zentner-Bombe entschärft werden.

Am Mittwochnachmittag war in der Nähe des Bahnhofs eine amerikanische Fliegerbombe aus dem zweiten Weltkrieg entdeckt worden. Die Bombe verfügt noch über einen kompletten Zünder.

  • Kaum zu erkennen im Erdreich ist die Bombe vom Damaschkeplatz.

    Kaum zu erkennen im Erdreich ist die Bombe vom Damaschkeplatz.
    Quelle: Polizei

  • In dem Bereich der Suchschachtungen durch den Kampfmittelbeseitigungsdienst hatten zu Beginn dieser Woche Arbeiten im Auftrag der Städtischen Werke Magdeburg (SWM) begonnen. Hier soll eine Zwei-Meter-Abwasserleitung entstehen. Foto: Martin Rieß

    In dem Bereich der Suchschachtungen durch den Kampfmittelbeseitigungsdienst hatten zu Beginn d...

  • Die Polizei sperrt am Mittwochabend das Gelände um die Fundstelle am Damaschkeplatz ab. Foto: Martin Rieß

    Die Polizei sperrt am Mittwochabend das Gelände um die Fundstelle am Damaschkeplatz ab. Foto: ...

  • Die Polizei sperrt am Mittwochabend das Gelände um die Fundstelle am Damaschkeplatz ab. Foto: Martin Rieß

    Die Polizei sperrt am Mittwochabend das Gelände um die Fundstelle am Damaschkeplatz ab. Foto: ...

  • Die Polizei sperrt am Mittwochabend das Gelände um die Fundstelle am Damaschkeplatz ab. Foto: Martin Rieß

    Die Polizei sperrt am Mittwochabend das Gelände um die Fundstelle am Damaschkeplatz ab. Foto: ...

  • Die Polizei sperrt am Mittwochabend das Gelände um die Fundstelle am Damaschkeplatz ab. Foto: Martin Rieß

    Die Polizei sperrt am Mittwochabend das Gelände um die Fundstelle am Damaschkeplatz ab. Foto: ...

  • Die Polizei sperrt am Mittwochabend das Gelände um die Fundstelle am Damaschkeplatz ab. Foto: Martin Rieß

    Die Polizei sperrt am Mittwochabend das Gelände um die Fundstelle am Damaschkeplatz ab. Foto: ...

  • Die Polizei sperrt am Mittwochabend das Gelände um die Fundstelle am Damaschkeplatz ab. Foto: Martin Rieß

    Die Polizei sperrt am Mittwochabend das Gelände um die Fundstelle am Damaschkeplatz ab. Foto: ...

  • Die Polizei sperrt am Mittwochabend das Gelände um die Fundstelle am Damaschkeplatz ab. Foto: Martin Rieß

    Die Polizei sperrt am Mittwochabend das Gelände um die Fundstelle am Damaschkeplatz ab. Foto: ...

  • In dem Bereich der Suchschachtungen durch den Kampfmittelbeseitigungsdienst hatten zu Beginn dieser Woche Arbeiten im Auftrag der Städtischen Werke Magdeburg (SWM) begonnen. Hier soll eine Zwei-Meter-Abwasserleitung entstehen. Foto: Martin Rieß

    In dem Bereich der Suchschachtungen durch den Kampfmittelbeseitigungsdienst hatten zu Beginn d...

  • Die Polizei sperrt am Mittwochabend das Gelände um die Fundstelle am Damaschkeplatz ab. Foto: Martin Rieß

    Die Polizei sperrt am Mittwochabend das Gelände um die Fundstelle am Damaschkeplatz ab. Foto: ...

  • Die Polizei sperrt am Mittwochabend das Gelände um die Fundstelle am Damaschkeplatz ab. Foto: Martin Rieß

    Die Polizei sperrt am Mittwochabend das Gelände um die Fundstelle am Damaschkeplatz ab. Foto: ...

  • Die Polizei sperrt am Mittwochabend das Gelände um die Fundstelle am Damaschkeplatz ab. Foto: Martin Rieß

    Die Polizei sperrt am Mittwochabend das Gelände um die Fundstelle am Damaschkeplatz ab. Foto: ...

  • Die Polizei sperrt am Mittwochabend das Gelände um die Fundstelle am Damaschkeplatz ab. Foto: Martin Rieß

    Die Polizei sperrt am Mittwochabend das Gelände um die Fundstelle am Damaschkeplatz ab. Foto: ...

  • In dem Bereich der Suchschachtungen durch den Kampfmittelbeseitigungsdienst hatten zu Beginn dieser Woche Arbeiten im Auftrag der Städtischen Werke Magdeburg (SWM) begonnen. Hier soll eine Zwei-Meter-Abwasserleitung entstehen. Foto: Martin Rieß

    In dem Bereich der Suchschachtungen durch den Kampfmittelbeseitigungsdienst hatten zu Beginn d...

  • Die Polizei sperrt am Mittwochabend das Gelände um die Fundstelle am Damaschkeplatz ab. Foto: Martin Rieß

    Die Polizei sperrt am Mittwochabend das Gelände um die Fundstelle am Damaschkeplatz ab. Foto: ...

  • Die Polizei sperrt am Mittwochabend das Gelände um die Fundstelle am Damaschkeplatz ab. Foto: Martin Rieß

    Die Polizei sperrt am Mittwochabend das Gelände um die Fundstelle am Damaschkeplatz ab. Foto: ...

  • Die Polizei sperrt am Mittwochabend das Gelände um die Fundstelle am Damaschkeplatz ab. Foto: Martin Rieß

    Die Polizei sperrt am Mittwochabend das Gelände um die Fundstelle am Damaschkeplatz ab. Foto: ...

  • Die Polizei sperrt am Mittwochabend das Gelände um die Fundstelle am Damaschkeplatz ab. Foto: Martin Rieß

    Die Polizei sperrt am Mittwochabend das Gelände um die Fundstelle am Damaschkeplatz ab. Foto: ...

  • Das Gelände befindet sich in Nachbarschaft zum Busbahnhof, dahinter ist der Hauptbahnhof. Foto: Martin Rieß

    Das Gelände befindet sich in Nachbarschaft zum Busbahnhof, dahinter ist der Hauptbahnhof. Foto...