Bodenfelde/Northeim (dpa). Der mutmaßliche Mörder der beiden Teenager aus Bodenfelde (Niedersachsen) hätte nach Überzeugung der Polizei weitere Menschen umgebracht, wenn er nicht gefasst worden wäre. "Dafür gibt es objektive Hinweise", sagte der Northeimer Kripo-Chef Andreas Borchert gestern.

Im Internet soll Jan O. sich am Tag nach dem Mord an Nina mit dem Verbrechen gebrüstet haben. Nach Medienberichten schrieb er auf Facebook: "Gestern Mädchen geschlachtet. Jeden Tag eins bis mich erwischen." Die entsprechende Seite im Netz ist inzwischen gesperrt.

Kriminaldirektor Andreas Borchert teilte mit, Jan O. habe kurz vor dem Mord an Tobias noch weitere Jugendliche angesprochen. "Er hat immer mal wieder Kontakte versucht, ohne dass es zu tragischen Folgen gekommen ist."

Die Mutter des mutmaßlichen Doppelmörders sagte der "Allgemeinen Zeitung" Uelzen: "Ich will seine Taten nicht entschuldigen, aber mein Sohn ist auch ein Opfer." Gewalt sei in ihrer Familie Alltag gewesen. Jans Vater habe sie vor den Augen des Sohnes immer wieder geschlagen.

Ob ihr Kind das Potenzial zum Serienmörder habe, wisse sie nicht. Sie werde ihren Sohn im Gefängnis besuchen. "Ich hasse ihn nicht, ich stehe zu ihm – egal, was er getan hat", sagte sie. Der Vater hatte am Vortag erklärt, er traue seinem Sohn die Taten zu.