Das größte je in Deutschland gebaute Kreuzfahrtschiff nimmt Kurs auf hohe See: Nach der Überführung von Papenburg an die Küste wird die Ausrüstung der "Disney Dream" vervollständigt. Im Januar startet die Jungfernfahrt von Florida in die Bahamas.

Papenburg (dpa). Willkommen in der Welt von Disney: Schon beim Einchecken auf dem neuen Kreuzfahrtriesen "Disney Dream" begrüßt Maskottchen Donald Duck die Gäste. Kinder werden bei Wasserspielen auf Deck vom Fisch Nemo begleitet oder beim Essen von der Schildkröte Crush gefragt, wie ihr Tag war. Die Restaurants sind inspiriert von Disney-Filmen wie "Cinderella" oder "Dornröschen".

Das größte je in Deutschland gebaute Kreuzfahrtschiff hat am Wochenende seine erste Reise von der Papenburger Meyer Werft zur Nordsee absolviert. "Disney ist ein Unterhaltungskonzern", sagt Tom Wolber, der bei der Reederei Disney Cruise Line für das Management der Schiffe zuständig ist. Familien soll der perfekte Urlaub geboten werden. Kinder und Jugendliche haben fast ein komplettes Deck für sich mit interaktiven Video- und Computerspielangeboten.

Eltern können ihre Kinder in die Obhut von Betreuern geben, derweil sie in einem Wellnessbereich die Seele baumeln lassen und dabei aus riesigen Fenstern die Aussicht genießen. Die 1400 Mann starke Crew soll dafür sorgen, dass der einzelne Gast nach Möglichkeit nicht merkt, dass er einer unter 4000 Kunden an Bord ist.

Beispielsweise die drei Hauptrestaurants: Sie sind ausgelegt, jeweils 700 Menschen zu versorgen. Die einzelnen Gruppen sollen in abgegrenzten Sitzecken aber das Gefühl haben, für sich sein zu können, erklärt Frank de Heer, der das Schiff konzipiert hat. Abwechselnd werden die Gäste jeden Abend in einem anderen Restaurant verpflegt.

Selbst Werftkapitän Wolfgang Thos und sein Team auf der Brücke erweisen den Schöpfungen Walt Disneys ihre Reverenz: Im Outfit der Panzerknacker standen sie seit Freitagvormittag auf dem Kommandostand. "Es lief besser als erwartet", sagt er nach der Ankunft in Eemshaven. Er trug erstmals die Verantwortung für die Emspassage.

Noch ist das Schiff allerdings nicht fertig. In den Treppenhäusern liegen noch Versorgungsleitungen und Belüftungskanäle unverkleidet frei, Teppiche müssen noch verlegt werden. Ein großer Teil der Ausrüstung kommt erst im niederländischen Eemshaven an Bord. Bis zum 9. Dezember muss alles fertig sein. Ein Team von 1500 Mann wird auf den 16 Decks werkeln. Dazu kommen noch Test- und Einstellungsfahrten auf der Nordsee. Am 19. Januar wird das Schiff ge-tauft, und am 26. Januar startet die Jungfernfahrt: Vom künftigen Heimathafen Port Canaveral in Florida geht es auf eine Bahamas-Kreuzfahrt.

   

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