Oslo (dapd) l Liebhaber von Weihnachtsplätzchen müssen in Norwegen in diesem Jahr fasten. Denn wer Butter kaufen will, steht im ganzen Land vor leeren Regalen. Während die Regierung Zölle auf Butter um mehr als 80 Prozent senkte, um die Versorgung wieder herzustellen, blüht der Schwarzmarkt und der Butterschmuggel aus Schweden.

Vor Weihnachten dürfte die Butter weiter knapp bleiben, sagt Öystein Knoph, Unternehmenssprecher des norwegischen Milchgiganten Tine. "Prognosen zeigen, dass die Situation erst wieder Ende Januar normal sein wird."

Gründe für die Knappheit gibt es viele: Zum einen stieg der Butterkonsum in Norwegen in diesem Jahr stetig an, unter anderem, weil Speisen mit wenig Kohlehydraten und viel Fett immer beliebter werden. Zusätzlich minderte der feuchte Sommer die Milchproduktion und senkte somit auch die Produktion von Butter.

Die Regierung reagierte mit drastischen Mitteln und senkte die traditionell hohen Einfuhrzölle auf Butter bis Ende März um über 80 Prozent. Auch Milchquoten für heimische Bauern, die vor einer Überproduktion schützen sollten, wurden aufgehoben. Doch für das Weihnachtsgeschäft ist das zu spät. Und die Butterknappheit hat bereits zu verzweifelten Maßnahmen geführt. Kürzlich nahmen Zollbeamte einen Butterschmuggler fest, der in seinem Auto 90 Kilo Butter aus Schweden versteckt hatte. Im Internet wird schwedische Butter für 400 schwedische Kronen (44 Euro) pro Kilogramm angeboten. Auch in Dänemark ist die Butternot ein Thema. Die Dänen folgten einem Aufruf im Frühstücksfernsehen und sammelten 4000 Packungen Butter für Norwegen.