Schönhausen l Neuer Eigentümer ist Benno Gromeier, der beim Notar seine Unterschrift unter den Kaufvertrag gesetzt hat.

Wer einen Blick in die zu DDR-Zeiten „Einheit“ genannte Gastwirtschaft wirft, vermutet eher, dass morgen der Abrissbagger anrückt. Benno Gromeier aber ist anderer Ansicht und optimistisch gestimmt. „Das sieht schlimmer aus als es ist! Wenn erst einmal alles aufgeräumt ist...“ Dieses Aufräumen wird wohl Unmengen an Stunden kosten. „Ich mache das nach und nach, ein bisschen habe ich ja schon angefangen, jetzt kommt man wenigstens schon mal wieder durchs Tor auf den Hof. Von heute auf morgen ist das natürlich nicht zu schaffen, aber irgendwann ...“ Er will zunächst den Gastraum wieder so herrichten, wie er zu besseren Zeiten aussah, eine gefundene Postkarte dient ihm als Grundlage. Dabei will er möglichst Vorhandenes, was noch brauchbar ist, wiederverwenden.

Erbaut worden war das „Deutsche Haus“ 1876 von Gastwirt Pütsch, zu DDR-Zeiten wurde die „Einheit“ daraus. Eine Wiedereröffnung als Lokal plant Benno Gromeier nicht, „eher einen Raum mit Museumscharakter, wo man sich treffen und erzählen kann.“ Nebenan könnte er sich vorstellen, eine Bücherei einzurichten, „ich habe so viele alte Bücher“.

Dann ist da noch der große Saal samt Bühne und Kellerbar, in dem einst rauschende Feste gefeiert und Jugendweihen oder Bunte Elternabende stattgefunden wurden. Hier kommt das Parkett hoch, fallen Balken und Latten von Decke und Wänden. Denn auch hier hatte im Juni 2013 das Deichbruchwasser gestanden. „Schade, dass die damaligen Besitzer die Wiederaufbaumittel nicht in Anspruch genommen haben, nun ist es dafür ja zu spät“, bedauert die 59-Jährige, der Erwerbsunfähigkeitsrentner ist, dass nach der Flut nicht einmal gelüftet worden ist. Auch den Saal will er zumindest soweit beräumen und richten, dass man hier wieder sitzen kann.

Warum er sich diesem Mammutprojekt stellt? „Das ist mein Lebenstraum! Man kann doch die ,Einheit‘ nicht einfach so verkommen lassen. Ich kenne sie seit meiner Kindheit, hier sammelten die Village Boys, die damals noch Country Time hießen, ihre ersten Bühnenerfahrungen. Das Haus hat so viel Geschichte, die muss man erhalten.“ Deshalb erkundigte er sich vor ein paar Monaten nach den Besitzern, nahm Kontakt auf, man einigte sich.

Das Nebengebäude, einst Stallungen, könnten zu Wohnungen werden, visioniert Benno Gromeier. Er ist sich bewusst, welcher Herausforderung er sich stellt. „Aber wenn niemand was macht, geht viel verloren und wir kommen nicht voran.“