Berlin (dpa) - Anderthalb Jahre nach dem spektakulären Diebstahl einer millionenschweren 100-Kilo-Goldmünze aus dem Berliner Bode-Museum hat die Staatsanwaltschaft Anklage gegen vier junge Männer erhoben.

Den Angeschuldigten im Alter von 20, 21 und 23 Jahren werde gemeinschaftlicher Diebstahl in besonders schwerem Fall vorgeworfen, teilte die Anklagebehörde mit.

Die 100 Kilogramm schwere Münze mit einem reinen Goldwert von 3,75 Millionen Euro war am 27. März 2017 gestohlen worden. Die kanadische Goldmünze "Big Maple Leaf" mit dem Bild von Königin Elizabeth II. war die Leihgabe eines Privatmanns. Die Ermittler gehen inzwischen davon aus, dass die Münze zerteilt und verkauft wurde.

Drei der Verdächtigen, deren Familienname in der Mitteilung jeweils mit R. angegeben wurde, sollen nach früheren Angaben von Ermittlern Mitglieder einer arabischen Großfamilie sein.

Das Trio soll nachts über ein Fenster in das Museum eingestiegen sein und dort aus einer Vitrine die Münze entwendet haben. Mit einem Rollbrett und einer Schubkarre sei das wertvolle Stück weggeschafft worden sein. Ein 20-jähriger mitangeklagter Wachmann des Museums soll zuvor die Örtlichkeiten ausgekundschaftet haben.

Der Fall soll laut Mitteilung vor eine Jugendkammer des Landgerichts kommen. Nach intensiven Ermittlungen gegen einen arabischstämmigen Clan waren im Juni des Vorjahres Haftbefehle gegen die vier Verdächtigen erlassen worden. Laut Staatsanwaltschaft sind sie aber inzwischen wieder auf freiem Fuß.