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Probleme im Gesundheitswesen Ärzteversorgung in Berlin: „Schönreden hilft nicht“

In manchen Bezirken Berlins macht sich der Ärztemangel längst bemerkbar. Die Kassenärztliche Vereinigung warnt vor einer Verschärfung der Lage und fordert einen grundlegenden Wandel.

Von dpa 22.01.2026, 18:17
In vielen ambulanten Arztpraxen in Berlin sind die Wartezeiten schon heute lang. (Symbolbild)
In vielen ambulanten Arztpraxen in Berlin sind die Wartezeiten schon heute lang. (Symbolbild) Sebastian Christoph Gollnow/dpa

Berlin - Die Kassenärztliche Vereinigung (KV) Berlin warnt vor zunehmenden Engpässen in der ambulanten Versorgung. „Wir müssen uns ehrlich machen“, forderte KV-Vorstandsvorsitzender Burkhard Ruppert. „Schon heute sind einige Regionen unserer Stadt kritisch unterversorgt, vor allem im Osten Berlins.“

Und es werde eher noch schlimmer: „Die eigentliche Welle rollt erst noch auf uns zu. Wir erleben eine doppelte demografische Entwicklung: Unsere Gesellschaft wird älter – und unsere Ärzteschaft ebenfalls“, argumentiert Ruppert. „Schönreden hilft nicht.“ 

Schon 2025 sei über ein Drittel der Berliner Ärztinnen und Ärzte über 60 Jahre alt gewesen. Im Jahr 2040 werde es fast die Hälfte sein. Gleichzeitig wachse Berlin. „Am stärksten dort, wo die Versorgung ohnehin am schwächsten ist“, so Ruppert weiter. Das gelte zum Beispiel für Marzahn-Hellersdorf, Treptow-Köpenick und Lichtenberg. „In denselben Bezirken liegt die Erkrankungsrate über dem Berliner Durchschnitt.“ 

In den Außenbezirken gebe es immer mehr ältere Ärzte. „Die Menschen dort sind häufiger krank, und gleichzeitig wächst die Bevölkerung rasant – eine problematische Entwicklung“, warnte der KV-Vorsitzende mit Blick auf die ambulante Versorgung - also medizinische Leistungen, die außerhalb von Krankenhäusern zum Beispiel in Arztpraxen erbracht werden.

Gegenmaßnahmen helfen nicht genug

Die KV steuere längst gegen: „Wir fördern Neuniederlassungen und Praxisübernahmen mit Anschubfinanzierungen, unterstützen Anstellungen und Praxisassistenzen und begleiten Ärztinnen und Ärzte auf dem Weg in die ambulante Versorgung“, so Ruppert. 

Trotz steigender Arztzahlen verbessere sich der Versorgungsgrad aber kaum. „Das starke Bevölkerungswachstum in Berlin frisst unsere Erfolge auf.“ Die Notlage aus den Ostbezirken drohe auch andere Teile der Stadt zu erreichen.

„Wir brauchen einen Systemwechsel“, forderte Ruppert. „Die Vorstellung, jederzeit, an jedem Ort und ohne Steuerung Zugang zu allen ärztlichen Leistungen zu haben, ist überholt. Notwendig sei eine verpflichtende und intelligente Patientensteuerung. „Orientiert an den Grundsätzen: digital vor ambulant vor stationär.“