Leichtathletik

Athleten sichern vor Berlin-Marathon regelkonforme Schuhe zu

Zeigt her Eure Schuhe: Das Material bei Spitzenläuferinnen und -läufern ist wichtig für die Leistung. Vor dem Berlin-Marathon muss die Elite zusichern, dass alles mit rechten Dingen zugeht. Favorit Kenenisa Bekele sieht einen großen Vorteil.

Von dpa 24.09.2021, 13:08 • Aktualisiert: 24.09.2021, 13:13

Berlin - Die Spitzenläuferinnen und -läufer müssen vor ihrem Start beim Berlin-Marathon an diesem Sonntag (9.15 Uhr/ARD und RBB) zusichern, dass ihre Schuhe keine zu dicke Sohle haben. Hintergrund ist die Disqualifikation des Äthiopiers Derara Hurisa nach seinem Sieg zuletzt beim Marathon in Wien. Hurisas Sohle war fünf Zentimeter dick statt der erlaubten vier.

„Das Geheimnis liegt daran, dass man versucht, die Muskulatur zu schonen“, erklärte der am Sonntag in Berlin startende Hamburger Philipp Pflieger zu den dicken Sohlen. Dadurch sei vor allem mehr und härteres Training möglich, da die Erholungsphasen kürzer seien. Dazu würden Carbon-Stäbe für den Vortrieb sorgen.

Der Äthiopier Kenenisa Bekele, dem vor zwei Jahren in Berlin nur zwei Sekunden zum Weltrekord fehlten, sieht einen großen Vorteil in den Schuhen - aber für alle. Einen Zeitvorteil könne er nicht berechnen, „aber es ist viel“, sagte der 39 Jahre alte Bahn-Olympiasieger am Freitag. Die heutige Generation könne sich daher glücklich schätzen, betonte Bekele.

Der Berliner Renndirektor Mark Milde erklärte, dass die Elite-Athletinnen und Athleten ein Formular erhalten haben, das sie ausfüllen mussten. „Wir haben das schriftlich, dass sie uns nichts Böses wollen“, sagte Milde und kündigte auch Kontrollen an, wenngleich dies nicht für alle rund 150 betroffenen Sportlerinnen und Sportler möglich sei. Wenn etwas komisch vorkomme, könnten die Schuhe einbehalten werden. Sie würden dann zur Untersuchung an ein schwedisches Labor geschickt. Die Entscheidung darüber trifft der Kampfrichter im Ziel. „Wenn er meint, er hat dort Bauchschmerzen mit dem verwendeten Schuh, dann kann er ihn einziehen“, erklärte Milde.

Zum Fall des in Wien disqualifizierten Hurisa hieß es in Berlin, Hersteller und Manager hätten den Läufer zuvor darauf hingewiesen, dass seine Schuhe nicht den Regeln entsprächen.

Die Berliner Strecke ist wegen ihres flachen Profils sehr schnell und immer wieder für Bestmarken gut. Vor drei Jahren hatte dort Olympiasieger Eliud Kipchoge aus Kenia in 2:01:39 Stunden den derzeitigen Weltrekord über die 42,195 Kilometer aufgestellt.