Aufgespießt

Ein Bär, ein Bock und kurze Haare

Gebärdendolmetscher suchen Gesten für die Kanzlerkandidaten der Parteien

Von Siegfried Denzel 13.05.2021, 19:45
Die Kandidaten Armin Laschet (CDU), Annalena Baerbock (Grüne) und Olaf Scholz (SPD).
Die Kandidaten Armin Laschet (CDU), Annalena Baerbock (Grüne) und Olaf Scholz (SPD). Foto: dpa

Ach, wie einfach ist es bei der Noch-Kanzlerin: Da müssen Gebärdendolmetscher nur andeutungsweise eine Raute formen, und alle wissen, dass es um Angela Merkel geht. Aber wenn das Kanzleramt im Herbst einen neuen Obermieter (oder Mieterin) bekommt, hat die Raute ausgedient – und die Dolmetscher suchen nach Gesten, um Baerbock, Laschet oder Scholz wiedergeben zu können.

Für die Grünen-Kandidatin gab’s sogar eine Internet-Abstimmung unter Gehörlosen. Das Ergebnis: Es wird komplizierter. Anspruchsvoller zumindest als die einfache Merkel-Raute. Die meisten votierten dafür, dass Dolmetscher die Gesten für einen Bären und einen Bock kombinieren. Doch da beginnt das Problem: Das Zeichen für „Bock“ könne auch als „Ziege“ oder gar „Zicke“ gedeutet werden, warnt Bloggerin und Grünen-Mitglied Julia Probst.

Bei CDU-Kandidat Armin Laschet sind sich die Dolmetscher laut Gehörlosen-Bund ebenfalls noch nicht einig, wie er „übersetzt“ werden kann. Nur bei SPD-Bewerber Olaf Scholz herrscht Klarheit: Sollte er gewinnen, würde er Kanzler „kurze Haare“.