Aufgespießt

Jetzt amtlich: Jeff Bezos ist kein Astronaut

Warum eine US-Behörde ganz fix die Anforderungen an richtige Raumfahrer erhöht hat

Von Siegfried Denzel
Ein selbst entworfenes A-Abzeichen muss Jeff Bezos erst einmal genügen. Für die richtige Astronautenspange hat?s noch nicht gereicht.
Ein selbst entworfenes A-Abzeichen muss Jeff Bezos erst einmal genügen. Für die richtige Astronautenspange hat?s noch nicht gereicht. Foto: Imago

Eine Schwalbe macht noch keinen Sommer – und ein Weltraumflug keinen Astronauten. Deshalb müssen die all-mächtigen Milliardäre Richard Branson und Jeff Bezos weiter auf goldene Astronautenschwingen warten, die sie auf eine Stufe mit Mondfahrt-Legenden wie Neil Armstrong oder Edwin Aldrin hieven würden.

Eine Schmach für wahren Forschergeist! So hat die US-Luftfahrtbehörde Federal Aviation Administration fix die Astronauten-Quali erschwert – am Tag von Bezos’ Start und knapp zwei Wochen nach dem Branson-Flug. Bislang galt: Jeder, der eine Höhe von 80 Kilometern erreicht, ist ein Astronaut – und reif für die schmucken Schwingen. Die Norm für den galaktischen Hochsprung hatten beide im ersten Anlauf überwunden: Branson kam auf 86 Kilometer, Bezos sogar auf 100.

Also stutzte ihnen die FAA die Flügel: Astronaut ist künftig nur der, der nicht nur eine bestimmte Höhe erreicht, sondern auch zur Sicherheit der Raumfahrt beigetragen oder sich sonst irgendwie verdient gemacht hat. Tipp an Bezos und Co.: Wenn ihr beim nächsten Flug, sagen wir, Müll im All sammelt und ökologisch kompostiert, könnte es was werden mit einem richtigen Abzeichen.