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Aufgespießt Wenn der Bürgermeister um Streusalz bettelt

Berliner Stadtchef wirbt auf Social Media für Gesetzesänderung.

Von Siegfried Denzel 30.01.2026, 19:46
Polizisten helfen in Berlin einem auf Eis gestürzten Radfahrer.
Polizisten helfen in Berlin einem auf Eis gestürzten Radfahrer. Foto: DPA

Berlin ist ein glattes Pflaster. Im wörtlichen Sinn: Seit Tagen rutschen und stürzen Fußgänger wie Radfahrer auf vereisten Wegen – und der Winterdienst ist machtlos. Denn Schneeräumen ist zwar ok, aber wirkungslos gegen Eisregen. Streusalz könnte zwar helfen – ist in der Hauptstadt aber verboten.

Weil sich aber das Abgeordnetenhaus bisher ziemlich frostig zeigt in Sachen Salz-Erlaubnis, hat der Regierende Bürgermeister Kai Wegner nun die Social-Media-Plattform X als „Auftaumittel“ eingesetzt: In einem Post bittet er das Stadtparlament um eine schnelle Gesetzesänderung, um den Berlinern den aufrechten Gang zu erleichtern.

Am Donnerstagmittag gepostet, schauten bis gestern mehr als eine Million Nutzer Wagners Streusalz-Bitte – und antworteten teilweise mit Hohn und Spott: „Dit is Berlin, wa“, meinte eine Berlinerin. Auch Bayern-Regent Markus Söder ätzte: „Berlin funktioniert hervorragend. Die Organisation ist hervorragend.“

Genau! Und deshalb wird das Abgeordnetenhaus auch über die Lockerung des Salz-Verbots beraten: frühestens am 12. Februar, schreibt der „Tagesspiegel“. Wahrscheinlicher aber erst im März – wenn meist der Winter vorbei ist.